Die gröbste Arbeit stand bereits vor dem Wahlkampf für Uli Roth an. Er ist Kreisvorsitzender der SPD in Tirschenreuth. Als solcher musste er Kandidaten finden, die sich bei den Kommunalwahlen für die SPD in den 26 Kommunen des Landkreises zur Wahl stellen. Und das wird immer schwieriger. Kein Wunder: Die Mitgliederzahlen sind seit Jahren rückläufig, haben sich in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel verringert. Aber Uli Roth sieht auch das Positive: Gerade die Kommalwahl-Zeit sei eine Möglichkeit, wieder neue Leute zu gewinnen.
Zum Teil gelang das auch. In Neusorg zum Beispiel steht Corbinian Wedlich als Bürgermeister-Kandidat auf dem Wahlzettel. Mit gerade mal 33 Jahren. Ein weiteres Beispiel ist Muhammet Dal, der in Erbendorf geboren und aufgewachsen ist. Bis 2025 war er politisch nicht aktiv. Jetzt will er Landrat für die SPD in Tirschenreuth werden – nachdem die SPD lange Zeit vergebens einen Kandidaten gesucht hat.
Parteiübergreifender Trend
Klar ist aber: Es wird immer schwieriger für die SPD, weiß auch Uli Roth und nennt Beispiele. In Reuth bei Erbendorf stellt die Partei keine Liste mehr auf – 2020 umfasste sie noch 21 Namen. In Waldershof sind drei SPD-Stadträte ausgetreten und haben eine eigene Liste „Waldershof PUR“ gegründet. In Ebnath steht die SPD vor der Fusion mit einem Nachbar-Ortsverband.
Auch andere Parteien haben zunehmend Probleme, die Listen zu füllen. Die CSU zum Beispiel stellt in Reuth bei Erbendorf ebenfalls keinen Bürgermeisterkandidat. Politikwissenschaftler Dr. Michael Weigl sieht einen parteiübergreifenden Trend.
Die jungen SPD-Kandidaten wollen gegen den Trend ankämpfen und für Nachwuchs werben. Klar ist aber auch: Es wird immer schwieriger. (mz)
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