Gestern in Weiden angekommen, heute Mittag stand er das erste Mal auf dem Eis. Alan Letang nahm heute die Arbeit als neuer Cheftrainer der Blue Devils Weiden auf. In 90 intensiven Minuten brachte er sein neues Team ordentlich ins Schwitzen, sprach viel, erklärte viel, alles in allem wirkte die Stimmung auf dem Eis sehr gut. Der erste Eindruck: Das scheint zu matchen zwischen Trainer und Team. „Es war schön zu sehen, dass die Jungs gelacht haben und Spaß hatten. Ich fand die Intensität und das Tempo gut. Bei neuen Übungen ist man immer ein bisschen unsicher, da denkt man mehr nach als oft nötig, aber für den ersten Tag haben sie es sehr gut umgesetzt. Die Energie und Motivation auf dem Eis waren super.“, sagte Letang direkt nach der ersten Einheit.
Für Letang ist Weiden die erste Trainerstation in Europa. Zuletzt trainierte er vier Jahre lang die Sarnia Sting in der kanadischen OHL. Mit der U20 Nationalmannschaft von Kanada wurde er außerdem zweimal Weltmeister. In Weiden ist seine erste Aufgabe klar: Er soll die Mannschaft auf den letzten Drücker doch noch in die Pre-Playoffs und damit zum direkten Klassenerhalt führen. Viel Zeit sich zurechtzufinden hat er derweil nicht. Er steigt mitten in der Crunch Time ein, was er plant, muss eigentlich sofort funktionieren. „Wir haben jetzt erst mal noch sechs Spiele, da werden wir nicht allzu viel verändern. Wichtig ist, dass wir unser Tempo und unsere Intensität hoch halten und die Scheibe schnell bewegen. Die Jungs haben bisher meistens stark verteidigt und auch auf der Goalie-Position sind wir sehr gut aufgestellt. An den Special-Teams können wir noch ein bisschen feilen, aber es geht in erster Linie darum, wieder Spaß am Spiel zu haben. Mit Leidenschaft und Kampfgeist zu spielen, das wird den Unterschied ausmachen.“, so Letang.
Für sein Debüt hätte er sich kaum ein größeres Spiel aussuchen können. Am Freitag geht’s in die ausverkaufte Donauarena nach Regensburg. Zum Oberpfalzderby bei den Eisbären. An sich schon ein spezielles Spiel, das aber durch die aktuelle Tabellensituation nochmal an Brisanz dazugewinnt. Regensburg braucht die drei Punkte dringend um Platz sechs und damit die direkte Playoff-Qualifikation gegen die aktuell brutal formstarken Füchse aus Weißwasser zu behaupten. Weiden hingegen braucht jeden Zähler den sie kriegen können, um die Chance auf Platz Zehn am Leben zu halten. „Ich muss natürlich noch ein Gespür für die Mannschaft kriegen, wir stecken jetzt grade noch in der Evaluationsphase. Ich will die Spieler kennenlernen, ein Gefühl für die perfekte Reihenzusammenstellung kriegen. Da werde ich mich jetzt auch erst mal noch auf meine Assistenten und auf Jürgen verlassen müssen, um voranzukommen. Aber ganz ehrlich: Ein Derby direkt zum Auftakt, wer würde sich da nicht drüber freuen! Das wird spannend, voller Energie und ich weiß, dass die Jungs alles geben werden.“, erklärt Letang heute Mittag.
Die Buchwieser-Fußstapfen die Alan Letang jetzt in Weiden füllen muss, die könnten kaum größer sein. Ein Derbysieg beim großen Rivalen in Regensburg wäre dafür aber schon mal gar kein schlechter Start.