Oberbürgermeister Jens Meyer bezeichnete es letztens als den „größten Schandfleck“ Weidens. Das Josefshaus. Einst war es ein Ort großer Veranstaltungen, Feste und Partys. Nach einem Brand im Jahr 2010 stand es leer und wechselte 2017 seinen Besitzer, der nun 33 Wohnungen in das Gebäude bauen will.
Die Baupläne sind ausgearbeitet und nun steht das Vorhaben kurz vor der Baugenehmigung. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg, weil viele Punkte, wie beispielsweise die Belichtung der Wohnungen beachtet werden müssen. Einen Veranstaltungsort zu einem Wohngebäude umzubauen sei ein schwieriges Unterfangen. Denn zur fehlenden Belichtung komme noch der Brandschutz und die Statik des Gebäudes, so Baudezernent Alkmar Zenger.
Für die Stadt solle sich die Schaffung neuer Wohnungen aber lohnen, so Bürgermeister Lothar Höher, da vor allem Studenten und Pendler den Wohnraum nutzen sollen. Auch äußerlich soll sich das Josefshaus verändern, um den Ruf des „größten Schandflecks“ Weidens loszuwerden. Dafür soll eine sogenannte Lochfassade die typischen Lücken ersetzen, in denen sich aktuell die Tauben einnisten, so Zenger.
Damit die Tauben sich nicht auf die umliegenden Gebäude verteilen, will die Stadt auf dem Dach des Josefshauses ein Taubenhaus errichten. Wie viel dieses kosten wird, stehe laut Lothar Höher noch nicht fest. Die Stadttaubeninitiative Weiden wolle sich laut Mirjam Schöberl aber ehrenamtlich um das Taubenhaus kümmern.
Während den Bauarbeiten, die laut Bürgermeister Höher eventuell im Frühjahr 2026 beginnen könnten, muss allerdings ein provisorisches Taubenhaus her. Nur mit einem Taubenhaus sei die Problematik laut Mirjam Schöberl aber nicht behoben. Es gäbe mehrere Schwärme, für die die Stadt Weiden mehr Taubenhäuser errichten müsse, meint Schöberl.
Der Errichtung des Taubenhauses auf dem Josefshaus habe der Besitzer zumindest schon zugestimmt, so Höher. Wann genau dieser die Baugenehmigung nun erhalten soll, sei laut Baudezernent Zenger allerdings noch unklar. Nach der Lösung des Belichtungsproblems stehe dieser aber nichts mehr im Wege.
(km)