Einmal Hebel umlegen bitte – und schon ist ein Meilenstein der Energiewende in Bayern geschafft. Natürlich haben Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer von Netzbetreiber TenneT, sowie Martin Schöffel, Bayerns Finanz- und Heimatstaatssekretär, damit nur die symbolische Inbetriebnahme des Ostbayernrings in Marktredwitz gefeiert. Es war nämlich ein Mammutprokt über zwölf Jahre – und zwar mitten durch Oberfranken und die Oberpfalz.
Das Projekt in Zahlen: Es handelt sich beim Ostbayernring um eine 380 Kilovolt Höchstspannungsleitung. Er erstreckt sich über 185 Kilometer. 27 Städte und Gemeinden sind betroffen, vier Umspannwerke – darunter Etzenricht und Schwandorf – sind jetzt miteinander verbunden. Dafür hat es 460 Masten gebraucht – zugegeben, nicht unbedingt Augenschmauße in der Landschaft.
Energiekosten sollen sinken
Und genau das hat bei Anwohnern, Landwirten und Bürgern immer wieder für Diskussionen gesorgt. Auch bei der feierlichen Inbetriebnahme waren bei abgeschalteter Kamera noch einige auch kritische Stimmen zu hören. Nicht das Projekt an sich steht dabei zur Debatte, sehr wohl aber Routendetails und das Vorgehen. TenneT betrachtet die Wogen inzwischen für geglättet.
Und TenneT hofft, dass diese Akzeptanz noch wächst. Denn zwar hat das Projekt mehr als eine halbe Milliarde Euro gekostet – über genaue Zahlen spricht an diesem Tag niemand – aber langfristig soll Energie für Unternehmen und Bürger billiger werden durch Netzausbauprojekte wie dem Ostbayernring.
Bayern verschiebt Klimaziele
Ursprünglich hatte sich für die Inbetriebnahme Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angekündigt – aber unter anderem wegen bundespolitischen Angelegenheiten den Termin kurzfristig absagen müssen. Martin Schöffel – als Söders Vertretung – stellte die führende Rolle Bayerns bei der Energiewende heraus. Obwohl Bayern die die Klimaziele um fünf Jahre nach hinten verschoben hat.
Der Rückbau der alten Stromleitungen soll Ende 2027 fertiggestellt sein.
(mz)