Wenn in Dürnsricht die Schwerter aufeinandertreffen und Ritter in voller Rüstung über das Schlachtfeld ziehen, steckt dahinter weit mehr als nur ein Spektakel für Besucher. Das Mittelalterlager der Gemeinde Fensterbach verbindet historische Darstellung, ehrenamtliches Engagement und spektakulären Kampfsport zu einem Event, das die ganze Gemeinde im Bann hält.
Rund 30 historische Vereine und hunderte Lagernde haben in Dürnsricht ihre Zelte aufgeschlagen. Zwischen Feuerstellen, Handwerksständen und Leinenzelten entsteht eine eigene kleine Welt vergangener Jahrhunderte. Viele Teilnehmer legen großen Wert auf eine möglichst authentische Darstellung alter Kulturen. Besucher können dabei traditionelle Handwerkstechniken erleben und sogar selbst mal ausprobieren.
Mit Schwert und Rüstung in den Kampf
Ein Höhepunkt des Mittelalterlagers ist die Feldschlacht. Hier messen sich die Kämpfer in der Kampfsportart „Huskarl“. Die Disziplin orientiert sich an frühmittelalterlichen Kampftechniken der Wikinger und wird mit authentischen Rüstungen sowie Stahlschwertern ausgetragen – nur sind die Schwerter natürlich stumpfer als ihre historischen Vorbilder.
Dabei folgt Huskarl klaren Regeln. Trefferzonen reichen vom Kopf über die Hände bis hin zu den Schienbeinen. Wird ein Kämpfer zweimal korrekt getroffen, muss er zu Boden gehen. Auch erlaubte Angriffe und Bewegungen sind zur Sicherheit genau definiert. So dürfen Hiebe Richtung Kopf nur von oben kommen, keinesfalls von der Seite.
Für viele Ritter ist der Kampf weit mehr als nur Sport. Er ist Ausdruck ihrer Leidenschaft für das Mittelalter und seine Geschichte. Manche fertigen ihre Ausrüstung sogar selbst an, so wie Daniel Maier, einer der Ritter von der Zarg. Nach der Schlacht kehrt im Lager wieder Ruhe ein. Es ist wie ein kleiner Urlaub, erzählt Ritter Daniel. Um den möglich zu machen, kommen in Fensterbach Hunderte Freiwillige zusammen – jedes Mal ein paar mehr als beim vorherigen Lager.
(sb)