Erika Eichenseer erinnert sich in ihren Erzählungen an die Zeit, in der in vielen Haushalten für sechs oder mehr Personen gekocht wurde – für die Familie, für die Magd, für den Knecht. Heute dagegen stehen meist kleinere Portionen auf dem Speiseplan. Deshalb haben die beiden Autoren die alten Mengenangaben überarbeitet und in moderne Einheiten übertragen. Viele Gerichte tragen weiterhin die Namen, wie sie früher ausgesprochen wurden – manchmal sogar mit alten Spitznamen, die heute kaum noch jemand kennt.
Der Kochband wirkt wie ein kulinarischer Reiseführer durchs Jahr. Er zeigt, wie sich die Oberpfälzer vor der Jahrtausendwende ernährten und welche Traditionen damit verbunden waren. Jahreszeiten, Kultur und christliche Feste bestimmten, was auf den Tisch kam – und wann.
Auch Martin Stangl betont, dass die Rezepte „vo fröiha“ ohne Schnickschnack auskommen. Sie orientieren sich an dem, was ein typischer Haushalt früher immer vorrätig hatte. Und das hatte einen guten Grund: Aus Resten noch etwas Leckeres zu zaubern, war selbstverständlich – und oft sogar Pflicht.
Erika Eichenseer hat bereits mehrere Kochbücher veröffentlicht, früher gemeinsam mit ihrem Mann. Das neue Werk, entstanden in Kooperation mit Martin Stangl, versammelt nun einen Auszug aus dieser ganzen Reihe. Erhältlich ist das Buch unter anderem beim Buch- und Kunstverlag Oberpfalz.
Die traditionelle Küche der Oberpfalz kennenzulernen, war selten so einfach – und so köstlich – wie dann, wenn wir sie selbst nachkochen. Und spätestens wenn die Prassl-Nokken dampfend auf dem Tisch stehen und es ganz still wird, weiß man: Es schmeckt.
(ls)