Seit dem 1. Juni ist das Konzept „Energy Sharing“ in Deutschland rechtlich möglich. Dabei wird regional erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien über das öffentliche Netz mit Verbrauchern im Umkreis von etwa fünf Kilometern geteilt.
Parkstein bringt dafür gute Voraussetzungen mit: In der Gemeinde gibt es bereits zwei Solarparks, zudem sind zwei Windräder genehmigt. Vorangetrieben wurde der Ausbau erneuerbarer Energien von der Bürgerenergiegenossenschaft Parkstein.
Das Konzept Energy Sharing hat Barbara von der Ropp von der Energiegenossenschaft Fünfseenland in Oberbayern vorgestellt. Die Genossenschaft hat von der EU eine Förderungszusage über 42 Millionen Euro bekommen, um das Konzept in verschiedenen Regionen zu etablieren.
Beteiligung der Bürger im Mittelpunkt
Mitglieder der Bürgerenergiegenossenschaft Parkstein beteiligen sich finanziell an den Energieprojekten vor Ort und könnten so Teil des Energy Sharings werden. Bis zur Umsetzung sind jedoch noch einige Voraussetzungen zu erfüllen. So müssen die insgesamt drei geplanten Windkraftanlagen errichtet werden. Nach Angaben von Josef Langgärtner, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergie Parkstein, wartet die Genossenschaft derzeit auf den Windradhersteller. Die ersten beiden Anlagen könnten Ende 2027 oder im Laufe des Jahres 2028 in Betrieb gehen. Für die dritte Anlage seien zunächst noch Tiefenbohrungen notwendig. Dennoch zeigte er sich optimistisch.
Technische Voraussetzungen noch erforderlich
Wer Energy Sharing nutzen möchte, benötigt einen Smart Meter – einen intelligenten Stromzähler, der den Energieverbrauch digital erfasst und die Daten automatisch übermittelt. Sollten alle Voraussetzungen bis 2030 erfüllt sein, könnte Parkstein zum Pilotstandort werden.
In einem weiteren Schritt muss noch ermittelt werden, wie viele Bürger sich am Energy Sharing beteiligen möchten.
(kw)