Die „xTech Edge Strike Ground“-Competition der U.S. Army auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr zeigt, wohin sich moderne Gefechtsfelder entwickeln könnten. In diesem Wettbewerb treten unbemannte Bodenfahrzeuge – sogenannte UGVs – gegeneinander an. Getestet wird, wie gut sie Aufgaben erfüllen, die im Ernstfall Leben retten sollen.
Michal Kozlowski (2nd SQUADRON, Platoon Leader) führt durch den Wettbewerb und erklärt, dass diese Systeme vor allem dazu dienen, die Kampfkraft der Truppe zu sichern. Sie werden vorgeschickt, bevor Soldaten ein Gebiet betreten. Dort erkunden sie die Lage, verschaffen Überblick und ermöglichen es den Soldaten, anschließend unter besseren Bedingungen zu agieren und den Feind zu bekämpfen.
Teams aus aller Welt präsentierten ihre Entwicklungen direkt vor Ort – darunter auch Teilnehmer aus Estland und Großbritannien. Ziel der Competition ist es, vielversprechende Technologien weiterzuentwickeln. Die Soldaten können die Systeme unmittelbar ausprobieren. Dabei geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu schützen und zu unterstützen.
Kozlowski beschreibt drei Kernfähigkeiten, die im Fokus standen: Erstens die Fähigkeit der Fahrzeuge, feindliche Stellungen zu erkennen, abzulenken oder zu bekämpfen. Zweitens der Transport von Ausrüstung zu Soldaten im Gefechtsfeld sowie die Möglichkeit, Verwundete zu bergen oder zu evakuieren. Und drittens der Start von Drohnen direkt vom Fahrzeug aus, um die Truppe aus der Luft zu unterstützen.
Einer der Entwickler: Andrew Hunter (aus Großbritannien) berichtet, dass ihre Systeme bereits im Krieg in der Ukraine eingesetzt wurden – unter realen Gefechtsbedingungen. Die Bedienung sei einfach und schnell erlernbar gewesen, die Integration in bestehende Abläufe problemlos. Die Soldaten hätten das System als zuverlässig und effektiv erlebt. Auch der Einsatzrhythmus habe überzeugt, sagt Hunter, der die vergangenen zwei Wochen in Grafenwöhr als äußerst produktiv beschreibt.
Insgesamt 17 Teams hatten es ins Finale geschafft. Warum dieses Finale ausgerechnet in Grafenwöhr stattfindet, erklärt Kozlowski mit der strategisch günstigen Lage: In unmittelbarer Nähe zu NATO-Partnern könne man gemeinsam an Lösungen für die immer komplexer werdenden Anforderungen moderner Kriegsführung arbeiten. Besonders im Fokus stehe derzeit die sogenannte robotische Zone an der östlichen Flanke. Die zentrale Frage laute: Wie lässt sich eine durchgehende robotische Zone von Deutschland bis in die Ukraine schaffen?
Am Ende wurden fünf Gewinnerteams ausgezeichnet. Jedes von ihnen erhält 275.000 US-Dollar, um seine Technologie weiterzuentwickeln. Auch Andrew Hunter und sein Team können damit an ihren Systemen weiterforschen – und sollten die Fortschritte überzeugen, könnte sogar ein Folgevertrag mit der U.S. Army in greifbare Nähe rücken.
(ls)