Mo., 13.07.2026 , 14:28 Uhr

Amberg

Russisch-Orthodoxe Christen in Amberg feiern mit ihrem Metropoliten

Ein Gottesdienst, ganz anders als der in einer katholischen oder evangelischen Kirche: Die russisch-orthodoxen Gläubigen in Amberg haben das Patronatsfest ihrer Kirche gefeiert, zusammen mit ihrem Kirchenoberhaupt, Metropolit Mark.

Die Apostel Petrus und Paulus haben für die Russisch-Orthodoxen Christen in Amberg eine große Bedeutung: Sie sind die Namenspatrone ihrer Kirche am Bergsteig. Jedes Jahr feiert die Gemeinde das Patronatsfest, um die Apostel zu ehren, zusammen mit ihrem Metropoliten Mark, dem Kirchenoberhaupt der Deutschen Diözese der Russisch-Orthodoxen Auslandskirche (ROKA). An diesem Wochenende feierte die Gemeinde ein ganz besonderes Patronatsfest, im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Diözese.

Gläubige trugen Ikonen, sangen und beteten – Der Gottesdienst dauerte mehr als drei Stunden an. „Die Orthodoxie geht zuerst in die Beine, weil man lange stehen muss“, erklärt Metropolit Mark. Doch danach wartet eine leckere Belohnung auf die Gläubigen: Alle treffen sich zu einem Festmahl, das für sie gleichzeitig das Ende der Apostelfastenzeit markiert.

100 Jahre bewegte Geschichte.

Die Kirche am Bergsteig ist ein Ort, an dem Menschen verschiedener Herkunft zusammenkommen. Russen, Ukrainer und andere Nationalitäten beten hier Seite an Seite. Seit dem Beginn des Ukrainekrieges hat die Gemeinde eine große Menge Ukrainischer Flüchtlinge aufgenommen, und führt so quasi eine Tradition fort. Denn die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche wurde vor mehr als 100 Jahren von Flüchtlingen ins Leben gerufen, nach der Oktoberrevolution in Russland. Die Sowjetunion ging hart gegen jede Art von Religion vor – viele Gläubige verließen ihre Heimat und gründeten religiöse Gemeinden in anderen Längern. Vor genau 100 Jahren entstand so die Deutsche Diözese.

Die Auslandskirche entwickelte über Jahrzehnte eine eigenständige Struktur. Heute ist ihr Sitz in New York. 2007 kam es zu einer teilweisen Wiedervereinigung mit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Seither sind die beiden Kirchen im Glauben eins, doch in ihrer Organisation weiterhin getrennt. Die eigentliche Russisch-Orthodoxe Kirche unter Führung des Moskauer Patriarchats wird wegen ihrer Unterstützung des Ukrainekriegs stark kritisiert. Innerhalb der Auslandskirche gibt es unterschiedliche Positionen, viele Anhänger verurteilen den Krieg. Auch die Amberger Gemeinde unterstützte Kriegsopfer zum Beispiel in Bachmut mit Hilfsaktionen.

Beim Patronatsfest selbst blieb die Politik außen vor. Für die Gläubigen steht in der Kirche der Glaube und die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Konstantin Suvorov, der Priester der Amberger Gemeinde macht deutlich: „Wir sind eine Kirche“.

(sb)

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