SPD – Linke – Grüne – CSU – Bürgerliste – FDP: In dieser Reihenfolge standen sechs Weidener Oberbürgermeisterkandidaten gestern auf der Bühne. Nur die AfD mit ihrem Kandidaten Ferdinand Adam hatte abgesagt. Eingeladen hatte Oberpfalz Medien. Das Ziel: Die Bewerber um den OB-Posten inhaltlich und persönlich alle auf einmal vorstellen.
Die Weidener Finanz-Sorgen
Im Mittelpunkt der Diskussion standen zunächst die Finanzen der Stadt. Einigkeit herrschte darüber, dass neue Gewerbegebiete notwendig sind, um die Einnahmen Weidens zu steigern. Allerdings sprachen sich die meisten Kandidaten gegen ein großes Projekt wie „Weiden West IV“ aus und plädierten stattdessen für mehrere kleinere Gewerbegebiete. Laura Weber von den Grünen würde sich stattdessen eine Entwicklung der Sanierungsflächen oder interkommunale Gebiete wünschen.
Florian Vogel (FDP) ging noch einen Schritt weiter: Neue Flächen allein würden wenig bringen, wenn sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen nicht verbessern. Er verwies auf die im Vergleich hohe Gewerbesteuer Weidens, die die Stadt im Wettbewerb mit anderen Kommunen entlang der A6 benachteilige.
CSU-Kandidat Dr. Benjamin Zeitler sah die Ursachen der finanziellen Probleme auch in der aktuellen Verwaltungsarbeit. Aus seiner Sicht würden zu oft halbfertige Beschlüsse vorgelegt, was häufig Prozesse verzögere. Während der Diskussion richtete er seine Kritik immer wieder an den amtierenden Oberbürgermeister Jens Meyer.
Neue Feuerwache: Ja, aber wie?
Ein weiteres zentrales Thema war der geplante Neubau einer Feuerwache. Grundsätzlich waren sich alle Kandidaten einig, dass diese dringend benötigt wird. Unterschiedliche Ansätze gab es jedoch bei der Umsetzung. Jürgen Meyer von der Bürgerliste forderte einen neuen Bedarfsplan, um den optimalen Standort zu ermitteln. Nur so könne sichergestellt werden, dass alle Stadtteile innerhalb von zehn Minuten erreicht werden.
Florian Vogel drängte auf eine schnelle Lösung ohne weitere Gutachten. Auch viele weitere Kandidaten sahen Flächen wie den Alten Volksfestplatz, der in der bisherigen Planung Vorrang hatte, als passende Option.
Eine lebenswerte Stadt für die Jugend?
Auch die Situation junger Menschen in Weiden kam zur Sprache. Mehrere Kandidaten bemängelten, dass es für junge Weidener zu wenig politische Mitbestimmung und passende Angebote gebe. Der amtierende Oberbürgermeister Jens Meyer betonte, wie wichtig eine bessere Kommunikation sei, um jungen Menschen zu zeigen, dass Weiden eine lebenswerte Stadt sei.
Robyn Arnold von der Linken, die sich als einzige Kandidatin selbst zu den jungen Weidenern zählt, machte auf ein weiteres Problem aufmerksam: Viele alleinstehende Studierende und Auszubildende könnten sich das Leben in Weiden kaum leisten. Aus ihrer Sicht brauche es dringend mehr bezahlbaren Wohnraum.
Rund zweieinhalb Stunden dauerte die Diskussion, aufgelockert durch kurze Blitzrunden mit Ja-oder-Nein-Fragen. Am Ende brachte die Diskussion weniger Konfrontation als vielmehr einen umfassenden Einblick in die inhaltlichen Positionen der Kandidaten. Damit haben die Weidener kurz vor der Oberbürgermeisterwahl am 8. März die Möglichkeit bekommen, ihre Bewerber ein Stück besser kennenzulernen.
(sb)