In Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Pestel-Instituts. Heruntergebrochen auf Bayern bedeutet das: 233.000 Wohnungen fehlen, pro Jahr müssten 78.000 neue gebaut werden. Bedarf und Realität klaffen hier weit auseinander. Auch die staatliche Baugesellschaft BayernHeim versucht seit 2018 die Krise zu entschärfen, bleibt aber bisher weit hinter ihren Zielen zurück. Aktuell plant sie ein Wohnprojekt in Burglengenfeld, für das heute Vormittag der symbolische Spatenstich gesetzt wurde.
Die Projektbeteiligten waren dabei sichtlich guter Laune. Kein Wunder, denn bezahlbarer Wohnraum wird dringend gebraucht. Und genau das soll hier am ehemaligen BayWa-Gelände entstehen: 68 bezahlbare Wohnungen, aufgeteilt auf fünf Gebäude. Die Wohnungen werden zwischen zwei und fünf Zimmern haben und die Miete soll abhängig vom Einkommen sein, erklärt Kristina Frank, Geschäftsführerin der Baunova Bayern GmbH: „Die Miete fängt für Geringverdiener bei 5,40 Euro pro Quadratmeter an.“
Wohnungsbaugesellschaft des Freistaats Bayern
Die Wohnungen sind ein Projekt der BayernHeim GmbH, einem Unternehmen des Freistaates Bayern. Die BayernHeim existiert seit 2018. Das selbstgesteckte Ziel war damals, bis 2025 10.000 neue Wohnungen zu bauen. Ein Ziel, das nicht erreicht werden konnte. Trotzdem betrachtet Bauminister Christian Bernreiter die BayernHeim als Erfolg. „Wir haben 1.100 fertige Wohnungen und 5.300, die aktuell im Bau sind. Also man kann die BayernHeim nicht als Rohrkrepierer, wie sie manchmal von der Opposition genannt wird, bezeichnen.“, erklärt der Minister gegenüber OTV.
Vor allem der private Wohnungsbau müsse wieder mehr in Schwung kommen, so Bernreiter. Bayern werde dafür in den kommenden zwei Jahren 3,6 Mrd. Euro an Fördermitteln zur Verfügung stellen. Der Bauminister betont außerdem, dass diese Sozialwohnungen ihr schlechtes Image nicht verdienen. Bürger mit verschiedenen Einkommen seien berechtigt, hier einzuziehen.
Bezahlbarer Wohnraum für 55 Jahre
Laut einer aktuellen Studie fehlen in Bayern aktuell 233.000 Wohnungen. Bis 2030 wird der Mangel auf 240.000 wachsen. Dass Burglengenfeld nun neue Wohnungen bekommen soll, freut Bürgermeister Thomas Gesche sehr. Denn die Stadt wächst. „Bald werden wir die 15.000-Einwohner-Marke knacken“, so Gesche.
Dass diese Wohnungen auch bezahlbar bleiben, ist für die kommenden 55 Jahre verbindlich festgesetzt. Die Baukosten liegen bei rund 24 Millionen Euro und werden zum Teil aus Eigenmitteln der BayernHeim GmbH und zum Teil aus staatlichen Fördergeldern finanziert. Abgeschlossen werden soll das Millionenprojekt im Sommer 2028.
(az)