Amberg ist eine sichere Stadt. Das gilt im bayernweiten Vergleich, auch gegenüber ähnlich großen Städten. Jährlich veröffentlicht die Polizei einen Sicherheitsbericht, der zeigt: 2023 lag die Gewaltkriminalität auf einem der niedrigsten Werte seit Langem. 2024 sind die Zahlen allerdings wieder stark angestiegen. Unabhängig von der Statistik klafft zwischen objektiver Sicherheitslage und dem subjektiven Sicherheitsgefühl vieler Bürger eine Lücke.
Sicherheit durch Straßenlampen und Kameras
Genau hier setzt ein neues Sicherheitskonzept an, dessen Erstellung der Stadtrat in seiner Sitzung einstimmig beschlossen hat. Angestoßen wurde die Diskussion von der SPD, Unterstützung kam letztlich von allen anwesenden Stadträten. Vor allem mehr Straßenbeleuchtung stand im Vordergrund des Vorschlags. Der Energieverbrauch sei zu vernachlässigen, nur beim Thema Lichtverschmutzung und Insektenschutz müsse geprüft werden.
Etwas mehr Diskussionsbedarf gab es beim Punkt Kameraüberwachung. Sorgen vor flächendeckender Überwachung wurden allerdings schnell beiseite geräumt. Sollten Kameras überhaupt zum Einsatz kommen, dann nur sehr gezielt und an besonders markanten Stellen, betonte Fruth. Zudem müsse eine mögliche Umsetzung zunächst rechtlich geprüft werden. Oberbürgermeister Michael Cerny erklärte, entsprechende Gespräche mit der Polizei laufen bereits. Das Sicherheitskonzept wird wohl insgesamt auf viele kleinere Veränderungen setzen, die schrittweise umgesetzt werden sollen.
Baukrise auch 2025 spürbar
Neben der Sicherheit war auch die wirtschaftliche Lage der Stadt Thema. Maximilian Hahn, Geschäftsführer der Stadtbau Amberg GmbH, stellte seinen Geschäftsbericht vor. Zwar sei das Jahr 2025 für die Stadtbau insgesamt positiv verlaufen: Es wurde viel gebaut und solide gewirtschaftet. Dennoch bereite die angespannte Lage im Bausektor weiterhin Sorgen. Die Branche stecke nach wie vor in einer Krise, auch wenn erste Signale Hoffnung machen. Experten rechnen damit, dass sich die Situation im Laufe des Jahres entspannen könnte – erste Auftragseingänge ziehen bereits wieder an.
Wahl-O-Mat oder Wahl-O-Manipulation?
Zum Abschluss der jüngsten Stadtratssitzung sorgte ein Thema noch einmal für deutliche Unruhe im Gremium. Stadtrat Florian Füger machte darauf aufmerksam, dass die „IG Menschengerechte Stadt“ auf ihrer Webseite offenbar einen speziellen Wahlomat für Amberg veröffentlichen wollte. Entwickelt worden sei dieser im Rahmen einer Bachelorarbeit eines Studenten der OTH. Die Kritik aus den Fraktionen fiel jedoch deutlich aus: Die Fragen seien unausgewogen formuliert gewesen und hätten ausschließlich Themen eines politischen Lagers aufgegriffen. Viele Stadträte werteten dies als Versuch, Wähler gezielt zu beeinflussen. Inzwischen ist die Webseite offline. Die Debatte dürfte damit aber noch nicht vorüber sein.
(sb)