Die Ausgangslage wirkt klar – und doch ist alles offen. Auf dem Papier haben die Blue Devils Weiden Kaufbeuren in dieser Saison dominiert. In der Realität aber beginnen die Playdowns jedes Jahr bei null. Was vorher war, verliert schlagartig an Bedeutung. Und Weiden steckt mitten in einer Phase, in der vieles nicht zusammenläuft: Zehn Spiele, neun Niederlagen, eine neue Spielidee, die bisher kaum sichtbar wurde.
Trainer Alan Letang betont, dass weniger die Struktur das Problem sei, sondern Entscheidungen mit der Scheibe, verlorene Bullys und fehlendes Selbstvertrauen. Genau dieses Selbstbewusstsein ist zuletzt spürbar geschwunden. Die Mannschaft wirkte müde, fast emotionslos, und selbst die Fans kritisierten offen den fehlenden Biss.
Nun kommt die letzte Chance – die Serie gegen Kaufbeuren. Beide Teams starten aus einer ähnlichen Situation: Kaufbeuren war gegen Freiburg mehrfach nah dran, scheiterte aber an Details. Weiden hielt gegen Nauheim dagegen, ließ jedoch Entschlossenheit und Zielstrebigkeit vor dem Tor vermissen und enttäuschte besonders in Spiel drei und vier.
Letang weiß, wie intensiv diese Duelle werden. Körperbetont, eng, hart umkämpft – aber genau die Art Eishockey, die seine Mannschaft eigentlich liebt. Wer zuerst ins Rollen kommt, wer den ersten Treffer erzwingt oder ein frühes Break schafft, könnte die gesamte Dynamik der Serie bestimmen.
Im Training zeigte sich ein anderes Bild als zuletzt auf dem Eis: mehr Energie, mehr Fokus, mehr Biss. Die Spieler scheinen verstanden zu haben, dass es jetzt um weit mehr geht als nur um ein paar Spiele – es geht um den gesamten Standort.
Letang spricht von einer Chance, das Ende der Saison neu zu schreiben. Alles beginne mit dem Glauben innerhalb der Kabine. Und dieser Glaube war im Training spürbar. Dazu kommt ein kleiner, aber entscheidender Vorteil: Durch den Vorsprung aus der Hauptrunde startet Weiden mit einem 1:0 in die Serie und hat im ersten Spiel das Heimrecht. In einer emotional aufgeladenen Playdownserie kann genau dieser psychologische Vorsprung den Unterschied machen.
Wenn die Körpersprache aus dem Training aufs Eis übertragen wird, stehen die Chancen nicht schlecht. Jetzt entscheidet sich, ob die Blue Devils den freien Fall stoppen – oder ob die Saison ein bitteres Ende nimmt.
(ls)