Di., 17.02.2026 , 11:44 Uhr

Dautersdorf bei Thanstein

Unter Bäumen bestatten? Thanstein ringt um Entscheidung

Ein geplanter Naturfriedhof in Dautersdorf im Landkreis Schwandorf spaltet die Gemeinde: Zwar haben viele Bürger dem Bürgerbegehren für das Vorhaben zugestimmt, doch als Gegenpol hat sich auch eine Initiative gegen den Trauerwald formiert.

Die letzte Ruhe inmitten der Natur. Alternative Bestattungsmöglichkeiten außerhalb des klassischen Friedhofs neben der Kirche im Ort gewinnen immer mehr an Beliebtheit. In Dautersdorf in der Gemeinde Thanstein im Landkreis Schwandorf war die Errichtung eines Naturfriedhofs fast schon in trockenen Tüchern – hätte der Gemeinderat seine ursprünglich einstimmige Entscheidung nicht revidiert und nachträglich mehrheitlich dagegen gestimmt.

Bürgerbegehren mit Rückenwind

Grundstücksbesitzer Hans Deml hatte sein Waldstück für mindestens 25 Jahre der Trauerwald Bayern GmbH zur Pacht angeboten. Nach dem Nein des Gemeinderats wollte er die Entscheidung nicht einfach hinnehmen – und startete ein Bürgerbegehren. 161 Stimmen kamen zusammen, das nötige Quorum wurde erreicht.
Deml sagt, er habe sich selbst intensiv mit Pro- und Contra-Argumenten auseinandergesetzt und eine Liste mit positiven wie negativen Punkten erstellt. Besonders das mögliche steigende Verkehrsaufkommen bereite ihm Gedanken. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass sich Lösungen finden lassen – etwa durch eine Tempo-30-Zone, um die Sicherheit der Kinder im Ort zu gewährleisten. Für ihn steht im Vordergrund, dass jeder Mensch frei über seinen Bestattungsort entscheiden kann.

Widerstand und Entscheidung an der Urne

Doch die 161 Stimmen bedeuten keine Einigkeit. Inzwischen hat sich auch eine Initiative „Gegen den Trauerwald“ gegründet. Bürgermeister Schauer kennt die Mitglieder nicht – ihm liegt lediglich ein anonymes Schreiben mit Kritikpunkten vor.

Befürchtet werden unter anderem ein möglicher Bestattungstourismus, zusätzliche Verkehrs- und Umweltbelastungen sowie eine Vermarktung des nahegelegenen Wallfahrtsortes Schönbuchen.

Anton Aschenbrenner, Geschäftsführer der Trauerwald Bayern GmbH, verweist dagegen auf Erfahrungen aus anderen Standorten. Dort habe sich gezeigt, dass das Verkehrsaufkommen nicht unbegrenzt ansteige. Auch weitere geäußerte Bedenken sieht er durch entsprechende Konzepte ausgeräumt.

Am 26. April haben nun die Bürger das letzte Wort. Beim Bürgerentscheid entscheidet sich, ob der Trauerwald in Dautersdorf Realität wird – oder ob die Gemeinde weiterhin ausschließlich auf den klassischen Friedhof setzt.

(kw)

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