Pfingstzeit ist Dultzeit – zumindest in Amberg gilt das. Die Amberger Dult ist mit einer 662-jährigen Geschichte sogar eines der ältesten bekannten Volksfeste. Noch die ganze Woche lädt sie Besucher ein, sich auf dem Dultplatz zu vergnügen. Und eine glückliche Familie darf das einen Tag lang sogar kostenlos tun: Die Amberger Dultfamilie.
Das sind dieses Jahr die Schwestern Henriette und Marlene, sowie Mama Melanie und Papa Jakob. Für die zwei Kinder und ihre Eltern heißt das: Ein Tag unbegrenzter Volksfest-Spaß. Die Dult-Organisatoren vom Amberger Congress Marketing wählen jedes Jahr eine Dultfamilie aus der Region aus – und Familie Großehagenbrock hat heuer mit ihrer Einsendung überzeugt, vor allem mit ihrem schönen Bewerbungstext.
Vom Entenangeln bis zur Geisterbahn
Geisterbahn, Auto Scooter, Rutschen – Henriette und Marlene besuchen in einer guten Stunde sechs Fahrgeschäfte, das Entenangeln und versorgen sich mit Süßigkeiten. Am Familientag gelten ermäßigte Preise – aber die Dultfamilie muss natürlich nichts bezahlen. Ohne Gutscheine hätte der Dultspaß 76 Euro gekostet. So ein Volksfestbesuch mit einer vierköpfigen Familie kann heutzutage ganz schön zu Buche schlagen, das kennen auch die Eltern Großehagenbrock.
Bei einem normalen Dultbesuch schauen sie – wie die meisten Familien – deswegen schon genauer hin, wie viel ihre Mädchen fahren dürfen. „Da sprechen wir das dann schon vorher ab mit den Mädels. Sie haben ja ihr Taschengeld und ein bisschen was gibt es für die Dult obendrauf.“, erklärt Papa Jakob. „Und wenn es halt vorbei ist, ist es vorbei.“
Gestiegene Kosten, weniger Besucher
Doch nicht nur für die Besucher wird alles immer teurer. Dieses Problem kennen auch die Fahrgeschäftsbetreiber selbst, berichtet Jan-Marco Müllner vom Landesverband der Schausteller. „Gerade beim Sprit und auch bei den Lohnkosten merken wir, dass die Kosten steigen. Das sieht oft niemand.“, so Müllner. Er betreibt ein Kinderkarussell und einen Schießstand auf der Dult. „Wir müssen halt schauen, dass wir durchkommen. Man merkt auch, dass weniger Besucher kommen und die Einnahmen sinken.“
Aktuell ist Halbzeit bei der Amberger Pfingstdult – die Organisatoren und Schausteller haben deswegen schon mal eine Zwischenbilanz gezogen. Und die ist ein wenig durchwachsen. Das Problem: „Es ist sehr warm“, erklärt Müller. Er gibt schmunzelnd zu: „Man kann es uns nie recht machen. Mal ist es zu kalt, mal zu heiß. Aber wir sind einfach wetterabhängig.“ Der Eröffnungsfreitag sei sehr gut gelaufen, berichtet Erika Sauerwein vom Amberger Congress Marketing. „Nun hoffen wir, dass es am zweiten Wochenende nicht mehr so heiß ist.“ Die Pfingstdult läuft noch bis Sonntag.
(az)