Mi., 04.02.2026 , 16:02 Uhr

Amberg

Vorzeigeprojekt in der Oberpfalz - Ein Klick statt Wartezimmer: Behördengänge von der Couch aus

Nur mal schnell den Wohnsitz ummelden – in vielen Städten bleibt das ein Wunschtraum. Behördengänge gelten oft als lästig, langsam und kompliziert. Doch in Amberg ist damit Schluss. Mit dem Projekt „AM2Digital“ kann Verwaltung plötzlich schnell, einfach und bequem von der Couch aus erledigt werden. Gemeinsam mit Conrad Electronic und weiteren Unternehmen hat die Stadt ein echtes Vorzeigeprojekt geschaffen.

„Wenn Verwaltung schnell und rechtssicher arbeitet, ist das ein echter Standortvorteil – und es gibt viele Länder, in denen das schlechter läuft als bei uns, aber eben auch einige, die es besser machen.“ Mit diesen Worten beschreibt Dr. Werner Conrad die Hintergründe, die letztlich ausschlaggebend für das Projekt „AM2Digital“ waren. Gemeinsam mit der Stadt Amberg hat Conrad Electronic zusammen mit weiteren Unternehmen die Behördengänge der Stadt so weit wie möglich digitalisiert.

Dr. Werner Conrad, Verwaltungsratsvorsitzender der Conrad Electronic SE, erklärt, dass am Anfang eine Umfrage stand: Wie zufrieden sind Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Verwaltung? Daraus entstand der Wunsch, eine Stadt vollständig zu unterstützen und zu digitalisieren – und gerade in der Oberpfalz etwas zu bewirken. Auch Michael Cerny, Oberbürgermeister der Stadt Amberg, betont: Überall dort, wo man teilweise gesagt hat „hier klappt nichts“, habe man mit der Erfahrung von Conrad Lösungen gefunden. Der Elektronikversender ist der zentrale Treiber von „AM2Digital“, auch finanziell.

Was ist beim Projekt „AM2Digital“ überhaupt passiert?

Unternehmen haben gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Stadt Amberg die Webseite zu einem digitalen Rathaus ausgebaut. Bürgerinnen und Bürger können nun etwa ihre Wohnsitzanmeldung online erledigen. Statt komplizierter Behördensprache orientiert sich das Angebot an Lebenssituationen – zum Beispiel der Geburt eines Kindes und den dazugehörigen Leistungen wie Elterngeld.

Vieles läuft bereits reibungslos, etwa die Online-Sprechstunde mit dem Oberbürgermeister. Ein Anruf – egal ob aus dem Café oder von der Couch – genügt. Cerny erinnert sich an sein erstes Gespräch: Ein Ortsansässiger schilderte seine Anliegen, und der Oberbürgermeister konnte alles direkt per Mail an die zuständigen Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Effizienter geht es kaum.

Trotzdem bleibt klar: Nicht alles kann digital sein. Manche Dinge – wie der Fingerabdruck für den Ausweis – müssen weiterhin persönlich erledigt werden. Doch überall dort, wo Bürokratie abgebaut wird, entsteht Raum für Digitalisierung.

„AM2Digital“ ist in vielen Teilen abgeschlossen, doch die Arbeit geht weiter. Die Mitarbeitenden der Stadt haben viel Energie investiert und ihre Abläufe grundlegend verändert. Das neue Stadtoberhaupt müsse diesen Weg fortsetzen und Mut sowie Vertrauen in die eigenen Leute und die beteiligten Unternehmen haben, so Conrad. Sein Appell: Die Vereinfachung der Behördengänge müsse vor Ort beginnen – in der eigenen Region, in der Oberpfalz, in einer Stadt wie Amberg. Dieses Mindset gelte es über die Region hinaus weiterzutragen.

(ls)

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