Di., 11.02.2025 , 16:18 Uhr

Oberpfalz

Warum wählen so viele Menschen die AfD?

Der Verfassungsschutz stuft die AfD zum Teil als rechtsextremistisch ein. Eine Gefahr für die Demokratie also. Aber warum wählen eigentlich so viele Menschen die AfD? Wir sind auf Spurensuche gegangen.

20 Prozent Zustimmung für eine Partei, die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextremistisch eingestuft wird. Jeder fünfte Wähler wird aktuellen Umfragen zufolge sein Kreuzchen bei einer Partei machen, die die Demokratie gefährden könnte. Aber warum?

Professor Alexander Straßner von der Universität Regensburg wirft einen politikwissenschaftlichen Blick auf die AfD. Er erkennt ein ganzes Bündel an Gründen, wieso die AfD so erfolgreich geworden ist: zum Beispiel eine Reihe von Krisen, dazu eine Politik, die in den vergangenen Jahren an der Realität der meisten Menschen meilenweit entfernt gewesen sei.

Die AfD versucht vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Fragen zu geben. Genau das sei auch demokratiegefährdend, erklärt Straßner. Denn damit reduziere die AfD die Komplexität von Problemen. Dazu kommt: viele Menschen haben Ängste und Sorgen, auch um ihren eigenen Wohlstand.

Nur wenige Menschen rechtsextremistisches Weltbild

Nicht nur, dass Menschen keine Aufstiegschancen erkennen: manche fürchten gar einen Verlust an Wohlstand, am eigenen Status. Die AfD wolle die alten Status-Vorherrschaften wieder herstellen, sagt Jan Nowak von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern.

Und auch die Vorherrschaft des Westens gegenüber aufstrebenden Mächte wie China. Daher ist der Aufstieg der AfD kein auf Deutschland beschränktes Phänomen. Weltweit erstarken aktuell autokratische Politiker und rechtsextreme Parteien.

Laut Friedrich Ebert Stiftung hat sich die Zahl der Menschen mit einem rechtsextremen Weltbild in Deutschland zwischen 2021 und 2023 auf acht Prozent vervierfacht. Jan Nowak glaubt, dass entsprechende Einstellungen schon immer in der Gesellschaft vertreten waren, jetzt aber im Bundestag organisiert sind. Laut Straßner dagegen hätten nur wenige tausend Menschen in Deutschland ein gefestigt rechtsextremes Weltbild. Es liegt nun auch an der Politik, diese Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. (mz)

 

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(mz)

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