Hohe Temperaturen und ausbleibender Regen sorgen bayernweit für niedrige Wasserstände in den Flüssen. Laut dem Niedrigwasser-Informationsdienst (NID) befinden sich zahlreiche Gewässer bereits im orangen Bereich und damit auf einem sehr niedrigen Niveau.
Nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes Weiden ist die Situation zwar angespannt, aber noch nicht so kritisch wie in den Dürrejahren 2019 bis 2021. Wasserstände und Abflüsse liegen aktuell noch über den damaligen Werten.
Erster historischer Niedrigstand erreicht
Eine Ausnahme gibt es jedoch an der Tirschenreuther Waldnaab bei Igelsreuth. Dort wurde erstmals seit Beginn der Messungen im Jahr 1970 ein historischer Niedrigstand registriert. Experten befürchten, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Wochen auch auf größere Flüsse ausweiten könnte, falls weiterhin kein ausreichender Regen fällt.
Trinkwasserversorgung derzeit gesichert
Beim öffentlichen Fachgespräch des Wasserwirtschaftsamtes Weiden informierten Fachleute über die aktuelle Lage. Viele Bürger sorgten sich um die Trinkwasserversorgung. Hier konnte jedoch Entwarnung gegeben werden: Engpässe an den Trinkwasserbrunnen der Kommune werden derzeit nicht erwartet.
Gleichzeitig betonten die Verantwortlichen, dass ein bewusster Umgang mit Wasser wichtiger denn je sei. Die Stadt Weiden arbeitet deshalb an verschiedenen Maßnahmen sowie an einem neuen Klimaschutzkonzept. Dazu gehört unter anderem das Prinzip der „Schwammstadt“, bei dem Flächen möglichst wenig versiegelt werden, damit Regenwasser besser versickern und gespeichert werden kann.
Jeder kann zum Wasserschutz beitragen
Auch wenn akute Versorgungsprobleme derzeit nicht drohen, appellieren die Experten an Bevölkerung und Industrie, Wasser sparsam zu verwenden. Der Wasserverbrauch beeinflusst maßgeblich den Grundwasserstand.
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht: Die jüngsten Niederschläge von lediglich fünf bis zehn Litern pro Quadratmeter reichen nicht aus, um die Defizite auszugleichen. Sie entsprechen in etwa der aktuellen Verdunstungsrate der Flüsse. Bis sich die Wasserlage nachhaltig verbessert, bleibt Wassersparen deshalb die wichtigste Maßnahme.
(sos)