Doch wie praktikabel ist das? Schulleiter Georg Meyer vom Max-Reger-Gymnasium in Amberg warnt vor großen Herausforderungen: Lehrkräfte müssten deutlich heterogenere Gruppen betreuen, und Schüler könnten vernachlässigt oder zu viel oder zu wenig gefordert werden.
Nicole Bäumler (SPD, Landtagsabgeordnete) will daher auch anderweitig Pädagogen und Förderlehrer einsetzten, sodass in einer Klasse nicht nur EIN Lehrer unterrichtet.
Meyer bleibt dennoch skeptisch. Selbst mit zusätzlicher Unterstützung sei das kaum zu stemmen. Er fordert, dass Chancengleichheit schon im Kindergarten beginnen müsse, damit eine gemeinsame Schulform wirklich funktionieren kann. Die Vielfalt aus Mittel- und Realschule und des Gymnasiums zusammen in einem, sei das derzeit sicher nicht zu bewältigen.
Auch in Onlineforen wie lehrerforen.de wird dies kritisiert. Dort schreibt beispielsweise ein User, dass Jugendliche aus Gemeinschaftsschulen beim Wechsel an die Berufsschule oft einen „Realitätsschock“ erleben, weil das Leistungsniveau plötzlich stark anzieht.
Ob Bayern diesen Weg einschlägt, entscheidet nun der Bildungsausschuss des Landtags. Erst dort wird sich zeigen, ob Gemeinschaftsschulen künftig Realität werden.
(ls)