Ein Wochenende lang ist das Jahr 2026 in Amberg vergessen. Auf den Straßen tragen viele Menschen bunte Gewänder, Pferde ziehen durch die Altstadt und auf dem Rathausbalkon wartet ein ganz besonderes Brautpaar. Rund um das Brunnenfest wird die Zeit um 552 Jahre zurückgedreht.
Margarete von Bayern-Landshut und Kurprinz Philipp von der Pfalz sind zurück in Amberg. Hoch zu Ross ziehen sie mit ihrem Gefolge durch die Stadt. Und am Rathaus kommt es schließlich zu dem Moment, auf den viele Besucher gewartet haben: Die beiden werden feierlich vermählt.
Historisches Treiben an der Stadtmauer
Die Hochzeit mit eindrucksvollem Umzug ist der große Höhepunkt des Amberger Brunnenfests. Alle zwei Jahre lässt der Verein Cantus Ferrum rund um den Maxplatz eine mittelalterliche Welt entstehen. Und dafür braucht es einiges an Vorbereitung: Rund ein Jahr lang wird geplant, organisiert und schließlich aufgebaut, bevor sich die Tore zum Fest öffnen.
Dann wird es voll in und um die Amberger Altstadt. An der Stadtmauer und am Maxplatz reihen sich Zelte, Stände und Lager aneinander. Händler bieten ihre Waren an, Handwerker zeigen alte Techniken und hunderte Lagernde machen den Stadtgraben für ein Wochenende zu ihrem Zuhause.
Von Nah und Fern
Dafür reisen manche Teilnehmer von weit her an. Jiří Berka etwa kommt mit seiner Gruppe aus Zlín in der tschechischen Region Mähren. Für sie gehört es dazu, das Lagerleben möglichst authentisch zu gestalten. Nicht nur verkleidet sein, sondern für ein Wochenende tatsächlich in eine andere Zeit eintauchen – genau das macht für sie den Reiz aus.
Und natürlich darf beim Brunnenfest auch das Spektakel nicht fehlen. Auf der Turnierwiese geht es bei Duellen zur Sache, Musik sorgt für die passende Atmosphäre und bei Vorführungen wird etwa gezeigt, wie die ersten Feuerwaffen einst eingesetzt wurden.
So wird aus dem Fest eine Zeitreise für die ganze Familie: Es gibt etwas zu sehen, zu hören, auszuprobieren – und an vielen Stellen auch etwas zu lernen. Für die nächste Hochzeit müssen sich die Besucher nun wieder gedulden. Erst in zwei Jahren heißt es wieder: Vorhang auf für ein neues Brautpaar – und für ein Wochenende zurück ins Mittelalter.
(sb)