Jeden dritten Donnerstag im Monat wird der Weidener Kulturbahnhof Parapluie zum Treffpunkt für Filmbegeisterte. Der Videoclub lädt zu seinen Filmabenden ein – offen für alle, ganz ohne Mitgliedsbeitrag. Heute stehen vor allem Reisefilme im Mittelpunkt, die die Mitglieder des Videoclubs produzieren. Hin und wieder kommen auch mal historische Aufnahmen an die Reihe, oder Ereignisse aus der Region.
Die Schmalfilmfreunde
Angefangen hat alles im Jahr 1972 – damals noch unter dem Namen „Schmalfilmfreunde“. Die Mitglieder trafen sich, um sich über Filmtechniken auszutauschen, Exkursionen zu planen oder an der Gestaltung ihrer Filme zu feilen. Inhaltlich war alles erlaubt: von privaten Momenten bis hin zu historischen Ereignissen. Einer der ältesten überlebenden Filme stammt vom heutigen Vorstand des Clubs, Gustl Beer. Er drehte 1978 einen Film über die Modelleisenbahn, die er mit seinen beiden Söhnen baute. Schon damals ging es darum, Erlebnisse festzuhalten und miteinander zu teilen.
Heute ist Gustl 77 Jahre alt und bastelt an einer neuen Modelleisenbahn für seinen Urenkel. Nebenbei engagiert er sich als Videoreporter bei OTV. Vieles in der Technik hat sich über die Jahre verändert. Seine Leidenschaft fürs Filmen jedoch bleibt ungebrochen. Was einst mit Schmalfilm im Normal-8-Format begann, entwickelte sich über Super-8 und VHS-Kassetten hin zu Digitalvideo und modernen Speichermedien wie der SD-Karte.
Eine ungewisse Zukunft
Trotz aller Leidenschaft steht der Club vor einer Herausforderung: dem fehlenden Nachwuchs. In Zeiten von Smartphones und Social Media werde es immer schwieriger, junge Menschen für klassische Filmabende zu begeistern, erzählt Gustl Beer. Dabei bietet der Videoclub weit mehr als nur gemeinsames Anschauen von Videos. Er schafft einen Raum für Austausch, Kreativität – und vor allem für Erinnerungen, die bleiben.
(sb)