Mo., 15.12.2025 , 14:58 Uhr

Schwandorf

Müllkraftwerk Schwandorf: Ofenlinie 3 ist nach 43 Jahren aus

Ein Druck auf den roten Knopf und die Flammen in der Ofenlinie 3 des Schwandorfer Müllkraftwerks sind endgültig aus. Für den Zweckverband Müllverwertung beginnt damit die heiße Phase ihres Erneuerungsprojektes „Triphönix“.

Eine letzte Ladung Müll, dann ist Schluss: Im Kontrollraum des Müllkraftwerks Schwandorf stehen zwei großen roten Knöpfe bereit. Als Verbandsdirektor Thomas Knoll und Verbandsvorsitzender Thomas Ebeling drauf drücken, erlischen auf einem Bildschirm hinter ihnen die Flammen. Ofenlinie 3 ist ein für alle Mal aus – ein symbolträchtiger Moment, der nicht nur Technikgeschichte beendet, sondern auch Emotionen weckt. Für viele Mitarbeiter ist es ein Abschied von einem langjährigen Begleiter ihres Arbeitsalltags.

43 Jahre fast nonstop

Ofenlinie 3 blickt auf eine außergewöhnliche Bilanz zurück. In 43 Betriebsjahren stand sie nur für die regelmäßige Ertüchtigung still. In dieser Zeit wurden in Linie 3 rund vier Millionen Tonnen Restmüll verbrannt. Dabei erzeugte die Anlage mehr als zehn Millionen Megawattstunden Energie – genug, um die Stadt Schwandorf für mehr als 100 Jahre zu versorgen. Neben Ofenlinie 3 gibt es noch drei weitere Linien. 1 und 2 werden bald, wie Linie 3, abgeschaltet. Nur die jüngere Linie 4 darf weiterlaufen.

Triphönix“: Weniger Öfen, mehr Effizienz

Im Zuge des Projekts „Triphönix“ werden die älteren Linien 1 bis 3 durch zwei neue, größere und leistungsfähigere Ofenlinien ersetzt. Mit dieser Umstrukturierung soll das Kraftwerk moderner, effizienter und deutlich schadstoffärmer werden – eine Voraussetzung dafür, dass es auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig arbeiten kann. Das Kraftwerk ist schließlich nicht nur für die Stromversorgung verantwortlich, sondern auch für die Verwertung des Mülls im Verbandsgebiet von Hof bis Landshut.

Nach der ersten Abschaltung ist die Modernisierung nun in ihre entscheidende Phase eingetreten: Große Baukräne stehen bereits bereit, Planungen laufen auf Hochtouren. Ein Teil des Mülls, der bisher in Schwandorf verbrannt wurde, wird während der Umbauzeit auf andere Standorte umgeleitet. Nachdem Linien 2 und 3 abgeschaltet sind, soll im Januar deren Abbruch beginnen. Das Ziel ist klar: Im Jahr 2031 sollen die neuen Ofenlinien in neuem Glanz wieder voll in Betrieb gehen.

(sb)

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