Vor dem Landgericht Weiden ist der siebte Verhandlungstag im Müllprozess gegen einen 53-jährigen Unternehmer aus Weiden zu Ende gegangen. Ihm wird vorgeworfen, mit seinem Entsorgungsunternehmen in Wernberg-Köblitz illegal Abfälle nach Tschechien gebracht und eine undichte Batterierecyclinganlage betrieben zu haben. Ein 57-jähriger Mann aus Tschechien ist ebenfalls angeklagt.
Zeugen schildern Arbeitsbedingungen
Mehrere ehemalige Mitarbeiter berichteten von einer starken Staubentwicklung in der Recyclinganlage. Zwei Mitarbeiter berichteten außerdem von gesundheitlichen Problemen. Sie hätten Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Hautausschläge gehabt. Nach ihren Aussagen sei dieses Problem der Geschäftsführung bekannt gewesen. Daraufhin seien Schutzmasken und Einwegschutzanzüge angeschafft worden. Aus Sicht der Verteidigung stützen diese Aussagen die eigene Argumentation, wonach Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten getroffen worden seien.
Probleme mit der Recyclinganlage
Die Zeugen beschrieben die Batterierecyclinganlage als fehleranfälligen Prototypen. Demnach seien regelmäßig Dichtungen kaputt gegangen, Flüssigkeit ausgetreten und es habe etwa einmal pro Woche Verpuffungen mit starker Rauchentwicklung gegeben. In solchen Fällen hätten die Mitarbeiter die Halle vorübergehend verlassen. Der Hauptangeklagte hatte bereits an früheren Verhandlungstagen eingeräumt, dass die Anlage undicht war und dennoch weiter betrieben wurde. Außerdem gestand er die illegale Verbringung von rund 700 Tonnen GFK- und CFK-Abfällen nach Tschechien.
Prozess geht weiter
Nach Einschätzung der Verteidigung bleiben alle noch ausstehenden Zeugen und Gutachten für die Bewertung des Falls von Bedeutung – insbesondere die Frage, wie gefährlich die freigesetzten Stoffe tatsächlich waren. Der Prozess wird in der ersten Augustwoche fortgesetzt.
(kw)