Fr., 13.03.2026 , 10:45 Uhr

Schmidmühlen / Schwandorf

Nachtfahrverbot für Mähroboter: Igelschützerin startet Petition

SOS für Igel: Elke Fleischmann aus Schmidmühlen hat eine Petition gestartet, um ein Nachtfahrverbot für Rasenmähroboter zu verhängen. Denn nachtaktive Igel werden häufig von den Robotern überrollt und tödlich verletzt.

Ein Nachtfahrverbot von Mährobotern soll im Landkreis Amberg-Sulzbach kommen – das fordern zumindest Elke Fleischmann und weitere Igelschützer. Mit einer Reihe von Petitionen wollen sie erreichen, dass die Roboter nachts nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Mehr als 1.500 Menschen haben die Initiative im Landkreis Amberg-Sulzbach bereits unterschrieben, fast 60.000 unterstützen eine deutschlandweite Petition.

Der Hintergrund: Igel sind nachtaktive Tiere und bewegen sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden durch Gärten und Grünflächen. Treffen sie dabei auf einen Mähroboter, endet das für viele Tiere schwer verletzt oder tödlich.

Igel sind keine Fluchttiere

Das liegt am natürlichen Verhalten der Tiere. Elke Fleischmann von der Igelhilfe Schmidmühlen erklärt: Igel sind keine Fluchttiere. Wenn sie sich bedroht fühlen, rollen sie sich zusammen und verlassen sich auf ihre Stacheln als Schutz. Gegen die scharfen Klingen eines Mähroboters hilft diese Verteidigungsstrategie jedoch nichts.

Fleischmann kennt solche Verletzungen aus ihrer täglichen Arbeit. In ihrer Auffangstation kümmert sie sich jedes Jahr um rund 100 Igel. Etwa 10% weisen typische Schnittverletzungen auf. Einige können nach einer Behandlung wieder gesund gepflegt werden, so Fleischmann – viele andere werden jedoch nie gefunden. Sie ziehen sich verletzt ins Gestrüpp zurück und sterben dort.

Ein Gesetzesentwurf der Grünen sollte das Problem bereits bayernweit regeln. Dieser scheiterte jedoch im Landtag. Laut Fleischmann reicht auch freiwillige Rücksicht vieler Mähroboter-Besitzer nicht aus, um die Tiere ausreichend zu schützen.

Landkreis Schwandorf als Vorbild

Der Landkreis Schwandorf geht das Problem inzwischen im Alleingang an: Seit dem 1. März gilt dort ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Die Geräte dürfen aktuell nur noch zwischen 7:20 Uhr und 17:20 Uhr betrieben werden. Verstöße könnten zwar mit einem Bußgeld geahndet werden, zunächst setzt Landrat Thomas Ebeling jedoch vor allem auf Verwarnungen und Aufklärungsgespräche.

Auf der Roten Liste

Neben Gefahren durch Technik kämpfen Igel auch mit weiteren Problemen. Sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste, unter anderem wegen des Insektensterbens. Viele Tiere gehen deshalb untergewichtig in den Winterschlaf oder wachen zu früh wieder auf. Igelschützer hoffen daher, dass weitere Regionen dem Beispiel aus Schwandorf folgen und strengere Regeln für Mähroboter einführen.

(sb)

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