Fr., 31.01.2025 , 14:24 Uhr

Weiden / Oberpfalz

Nassjahr 2024 sorgt für Entspannung beim Grundwasserspiegel

Grundwasser ist nicht gleich Grundwasser – es liegt manchmal wenige Meter unter unseren Füßen, manchmal beginnt es erst in einer Tiefe von 250 Metern. Eine große Gemeinsamkeit vieler Grundwassermessstellen ist allerdings: Die Pegel sind gesunken. Seit 2003 bildet sich in ganz Bayern nicht mehr genug neues Grundwasser nach. Vergangenes Jahr hat es allerdings viel geregnet – auch bei uns in der Oberpfalz. War das die Rettung für unsere Grundwasserspiegel?

Mehrere Orte, zum Beispiel Kastl oder Hahnbach im Landkreis Amberg-Sulzbach, erlebten 2024 Starkregen und in der Folge Hochwasser. Wir haben ein regenreiches Jahr 2024 hinter uns. Für den Grundwasserspiegel in unserer Region bedeutet das eine gewisse Entspannung, erklärt Jürgen Festbaum vom Wasserwirtschaftsamt Weiden. Es sei eine gute Entwicklung nach einer etwa 10-jährigen Dürrephase, in der das Wasserwirtschaftsamt teils historische Tiefstände beim Grundwasser registrierte. „Dieser Trend ist jetzt gebrochen, die Pegelstände steigen wieder an.“, bestätigt Festbaum.

Überdurchschnittlich nasses Jahr 2024

Oktober 2023 bis September 2024 war der nasseste Zwölf-Monatszeitraum seit Beginn der Messungen 1881. Über Deutschland sind im Mittel 1072 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. In der mittleren und nördlichen Oberpfalz war es zwar kein Rekordjahr, aber auch hier fielen rund 800 Liter auf den Quadratmeter und damit 20 bis 30 Prozent mehr als im Durchschnitt von 1961 bis 1990, erklärt OTV-Wetterexperte Michael Zeitler. „Es war bei uns das nasseste Jahr seit 13 Jahren.“

Grundwasserspiegel nicht überall gleichmäßig gestiegen

Trotzdem ist der Grundwasserspiegel nicht bei allen 130 Messstellen des Wasserwirtschaftsamtes angestiegen. Daten aus Wackersdorf zum Beispiel zeigen, dass der Grundwasserspiegel dort lediglich stagniert ist. Aber an den meisten anderen Stellen, zum Beispiel bei Diessfurt im Landkreis Neustadt, ist deutlich ein Anstieg zu erkennen. Diese Unterschiede liegen unter anderem daran, dass Regenwasser nicht überall gleich schnell durch den Boden sickert. „Das hängt zum Beispiel von der Bodenbeschaffenheit ab und natürlich davon, wie tief das Grundwasser im Boden liegt.“, erklärt Festbaum. „Bis ein Regentropfen im Grundwasser ankommt, kann es Tage dauern – es können aber auch Monate oder Jahre sein.“

Klimawandel sorgt für sinkende Grundwasserspiegel

Daten des Landesamtes für Umwelt zeigt, dass sich bayernweit in den vergangenen rund 20 Jahren dauerhaft zu wenig neues Grundwasser nachgebildet hat. Bis auf eine Ausnahme lag jedes Jahr unter dem langjährigen Mittelwert von 1971 bis 2000. Dass die Grundwasserspiegel leiden, hat natürlich auch mit dem Klimawandel zu tun. Höhere Temperaturen, mehr Verdunstung und: Niederschläge fallen seltener, dafür aber heftiger und fließen damit eher oberflächlich ab statt langsam in den Boden einzusickern.

Die aktuelle Trendwende beim Grundwasserspiegel bedeute deswegen nur eingeschränkt Entwarnung. „Wenn wieder eine mehrjährige Dürreperiode kommen sollte, dann sinken die Grundwasserspiegel weiter. Und sie sind ja aktuell eh schon auf einem niedrigen Niveau, trotz des Anstiegs der vergangenen ein, zwei Jahre.“, so Jürgen Festbaum.

(az)

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