Mitten am Marktplatz von Tännesberg steht ein leeres Gebäude – direkt gegenüber der Kirche.So ganz leer ist es nicht, heute wird es als improvisiertes Lagerhaus genutzt, aber seinem ursprünglichen Zweck wird es damit nicht gerecht. Es ist ein Anblick, den viele Gemeinden in der Oberpfalz nur zu gut kennen. Verlassene Häuser in den Ortskernen gelten als sichtbares Zeichen des Strukturwandels auf dem Land. Genau gegen diesen Trend wollen Architekturstudenten der OTH Regensburg anarbeiten.
Im Rahmen eines Projekts haben die Studenten rund 30 neue Ideen für leerstehende Gebäude und ungenutzte Flächen in Tännesberg entwickelt. Eines der Konzepte kommt von Alexander Kessenheimer und Domenik Lindner: das alte Haus am Marktplatz. Aus ihm haben die beiden ein modernes Wohnhaus mit Platz für mehrere Parteien gemacht. Ziel ist es, wieder mehr Menschen und damit neues Leben in den Ortskern zu bringen.
Modelle für die Zukunft
Neben dem Haus am Marktplatz haben die Studenten noch viele weitere Leerstände in Tännesberg analysiert und neu gedacht. Manche Gruppen entwickelten auch Neubauten, um bestehende Baulücken zu schließen. Dabei ging es nicht darum, fertige Baupläne zu liefern, sondern Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft des Dorfes aufzuzeigen. Und vielleicht liefern die Modelle ja trotzdem etwas Inspiration.
Für die Studierenden war das Projekt mehr als eine reine Entwurfsaufgabe. Sie beschäftigten sich intensiv mit den Strukturen des Ortes und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort. Gerade das Arbeiten im Bestand und im ländlichen Raum sei eine wertvolle Erfahrung, betonen die Beteiligten. Gleichzeitig eröffnet das Projekt auch den Tännesbergern einen neuen Blick auf ihr Dorf und dessen Potenziale.
Tännesberg ist dabei nicht die einzige Gemeinde, die mit der OTH Regensburg zusammenarbeitet. Gemeinsam mit dem Amt für Ländliche Entwicklung besuchen die Studenten jedes Jahr einen anderen Ort in der Oberpfalz.
Ausstellung bis Sonntag
Zu sehen sind die Arbeiten über Tännesberg derzeit in einer Ausstellung im Haus der Biodiversität. Gemeinsam mit Projektleiter Professor Andreas Müsseler präsentieren die Studierenden dort ihre Modelle und Ideen. Die Ausstellung ist noch bis zum 17.05. geöffnet. Besucher können die Projekte täglich von 11 bis 17 Uhr kostenlos besichtigen.
(sb)