Mo., 20.07.2026 , 16:57 Uhr

Amberg

Neuer Anlauf für die Bergwirtschaft am Mariahilfberg

Der Mariahilfberg in Amberg soll als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Dies könnte neue Fördermöglichkeiten für die seit 2020 leerstehende Bergwirtschaft eröffnen.

Die Bergwirtschaft auf dem Amberger Mariahilfberg steht seit sechs Jahren leer. Ein großes Investorenprojekt wurde trotz eines Bürgerentscheids nicht umgesetzt. Ein Sanierungsgebiet soll der seit Jahren leerstehenden Bergwirtschaft neue Chancen eröffnen. CSU und Junge Union fordern eine schnelle Prüfung. Oberbürgermeister Michael Fritz zufolge beschäftigt sich die Stadt bereits mit dem Thema.

Bergwirtschaft mal wieder ein Politikum

Die Zukunft der Bergwirtschaft sorgt erneut für eine politische Diskussion. CSU und Junge Union haben beantragt, die Ausweisung eines Sanierungsgebiets nach dem Baugesetzbuch zu prüfen.

Ein solches Gebiet könnte neue Fördermöglichkeiten und steuerliche Vorteile eröffnen und somit die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Sanierung verbessern.

Allerdings beginnt die Stadt mit der Prüfung nicht erst aufgrund des Antrags. Im OTV-Interview erklärte Oberbürgermeister Michael Fritz von den Freien Wählern heute (20.07.2026), dass sich die Verwaltung bereits mit der möglichen Ausweisung eines Sanierungsgebiets beschäftigt.

Parteiübergreifende Gespräche in München

Laut dem Oberbürgermeister hat es auch schon ein Gespräch auf Landesebene in München gegeben. Fritz nahm gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz und Bernd Heinisch daran teil.

An dem Termin waren außerdem der frühere Investor Michael Fellner, der Amberger Baureferent Dr. Markus Kühne und der Architekt Georg Zunner und Vertreter des Bauministeriums dabei. Gemeinsam sprachen sie über die Situation der Bergwirtschaft und mögliche Wege, um das seit Jahren festgefahrene Projekt wieder in Gang zu bringen.

Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwartz war zudem im Austausch mit Vertretern der Denkmalpflege und Bayerns Bauminister Christian Bernreiter. Der Minister habe mitgeteilt, dass ein Sanierungsgebiet am Mariahilfberg grundsätzlich möglich sei.

Investor sendet positive Signale

Dr. Harald Schwartz sagte heute gegenüber OTV, dass der frühere Investor Michael Fellner bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wieder in das Projekt einsteigen würde.

Dieser hatte ursprünglich geplant, die historische Gaststätte zu sanieren und die Anlage um ein Hotel sowie einen Veranstaltungssaal zu erweitern. Im Oktober 2024 legte er das Vorhaben jedoch auf Eis.

Als Gründe wurden gestiegene Baukosten, das schwierige Zinsumfeld und wiederholte Umplanungen genannt.

Schwartz zufolge wäre Fellner grundsätzlich bereit, das Projekt wieder aufzunehmen, wenn ein Sanierungsgebiet die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausreichend verbessern würde.

Bürgerentscheid machte 2022 den Weg für die Planung frei

Die Diskussion über die Zukunft der Bergwirtschaft beschäftigt Amberg bereits seit Jahren. Das traditionsreiche Lokal steht seit Juli 2020 leer. Die Kirchenstiftung als Eigentümerin hatte mit dem Amberger Unternehmer Michael Fellner einen privaten Investor gefunden.

Vorgesehen waren die Sanierung der bestehenden Bergwirtschaft sowie ein Hotelanbau und ein Veranstaltungssaal. Gegen Teile des Projekts formierte sich jedoch Widerstand. Deshalb kam es am 24. Juli 2022 zu einem Bürgerentscheid.

Dabei richtete sich die Fragestellung gegen den Hotelanbau und den Veranstaltungssaal. 6.727 Menschen stimmten mit „Nein” und sprachen sich damit gegen einen Stopp der damaligen Planung aus. 4.830 votierten mit „Ja“. Die Wahlbeteiligung lag bei 34,6 Prozent.

Das Ergebnis ermöglichte die Fortsetzung des Planungsverfahrens. Es handelte sich jedoch weder um eine Baugenehmigung noch um eine Garantie für die wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Projekts.

Fördermöglichkeiten und Finanzierung noch offen

Das geplante Sanierungsgebiet soll dazu beitragen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Denkbar wären Fördermittel für bestimmte städtebauliche Maßnahmen sowie steuerliche Vorteile bei Sanierungsarbeiten.

Noch ist allerdings unklar, welche Teile des Projekts tatsächlich förderfähig wären. Ebenso offen sind die Höhe einer möglichen Unterstützung, der finanzielle Anteil der Stadt und die Frage, ob die Entlastungen ausreichen würden, um das Vorhaben wirtschaftlich tragfähig zu machen.

(bg)

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