Er soll künftig die finanzielle Lage der Stadt Weiden im Blick behalten: Michael Neidl aus Neunaigen ist neuer Stadtkämmerer. In der jüngsten Stadtratssitzung erhielt er 37 von 38 Stimmen, Oberbürgermeister Benjamin Zeitler nannte ihn einen passenden und motivierten Kandidaten.
Die Sitzung verlief zügig, nur beim Thema Flugplatz gab es längere Wortmeldungen. Die Stadt macht als Betreiber dauerhaft Verlust und steckt laut Zeitler jährlich rund 100.000 bis 200.000 Euro in den Platz. Deshalb soll ein neuer Betreiber gefunden werden, doch Behörden lassen Privatleute oder Firmen kaum zu – realistisch wäre nur eine gemeinsame Betreibergesellschaft. Bis dahin bleibt die Stadt verantwortlich. In der Oberpfalz Nord ist der Verkehrslandeplatz Weiden der einzige Anschluss dieser Art, weshalb die Chancen für eine Herabstufung nicht besonders gut stehen. Der Stadtrat beschloss dennoch Entlastungen, darunter eine Gebührenerhöhung um 85 Prozent, weil seit 2011 die Gebühren nicht mehr erhöht wurden.
Auch die Öffnungszeiten werden reduziert, eine Bürgerinitiative fordert vor allem weniger Fluglärm. Künftig ist der Platz Dienstag bis Samstag geöffnet, mit Mittagspause. Das spart Personal und Zuschläge. Außerhalb dieser Zeiten bleiben Sondernutzungen möglich, wenn Ehrenamtliche den Betrieb absichern und die Stadt das „GO“ gibt.
Ferdinand Adam von der AfD will keine Herabstufung. Er sagt, dass ein Flugplatz, der ausgebremst oder im schlimmsten Fall geschlossen wird, später kaum wieder genehmigt werden könnte, weil heutige Verfahren strenger sind und neue Standorte schwer durchsetzbar wären. Weiden wolle Oberzentrum werden, entwickle sich aber beim Luftraum zurück, das passe nicht zusammen. Er betonte zudem, dass die Anwohner wussten, dass hier seit 1964 ein Flugplatz existiert. CSU und SPD halten dagegen: Das Problem sei nicht der Flugplatz an sich, sondern die Verdreifachung der Flugbewegungen. Grünen-Stadträtin Laura Weber griff das Argument ebenfalls auf, sie möchte die Herabstufung weiter verfolgen – aus Umweltsicht und mit Blick auf die Bürgerinitiative.
Oberbürgermeister Benjamin Zeitler betonte dass, wegen Drohnen und neuer Lufttechnik der Standort wichtig für die Zukunft sei.
Würde die Zukunft wortwörtlich hier landen, dann wäre es an der Stadt zu entscheiden, wie viel Raum sie ihr geben will. Zumindest ist die Stadtkämmererstelle dank Michael Neidl schon einmal gesichert.
(ls)