Mit einem neuen bayerischen Kitagesetz will die Staatsregierung die Weichen für die Zukunft der Kinderbetreuung stellen. Weniger Bürokratie, einfachere Förderanträge und mehr Personal – das sind die zentralen Ziele. Noch steckt das Gesetz jedoch in der Entwurfsphase. Um konkrete Anliegen aus der Praxis aufzunehmen, suchte Sozialministerin Ulrike Scharf nun das Gespräch mit Erziehern und Kita-Leitungen aus Weiden.
Große Erwartungen an das neue Gesetz
Bei dem Austausch wurde deutlich: Die Erwartungen an die Reform sind hoch. Viele Leiter fordern vor allem eine vorausschauende Unterstützung mit Fördermitteln durch den Freistaat. Häufig kämen Informationen darüber derzeit zu spät, berichten die Kitakräfte. Daneben brauche es mehr Kapazitäten in der Frühförderung, um Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf frühzeitig begleiten zu können. Auch die Finanzierung von Sprach-Kitas müsse dauerhaft gesichert bleiben, und es bestehe weiterhin großer Bedarf an unterstützenden Teamkräften.
Wandel in der Betreuungslandschaft
Ein Blick auf die Zahlen des Statistisches Bundesamt zeigt: Die Zahl der Kinder unter drei Jahren in Betreuung geht bundesweit deutlich zurück. Besonders kleinere Einrichtungen im ländlichen Raum stehen dadurch vor Problemen. Sie können ihre Gruppen teilweise nicht mehr vollständig besetzen, müssen jedoch weiterhin ausreichend Personal vorhalten – unabhängig davon, wie viele Kinder tatsächlich betreut werden.
Gleichzeitig gibt es aber auch positive Entwicklungen. Der viel zitierte Fachkräftemangel könnte sich in den kommenden Jahren abschwächen. Für viele Träger bleibt dennoch die Frage offen, wie sich Personal, Auslastung und Finanzierung künftig in Einklang bringen lassen. Sie erhoffen sich regen Austausch mit der Regierung, um diese anstehenden Probleme in Zukunft bewältigen zu können.
(sb)