Mo., 21.02.2022 , 09:24 Uhr

Waidhaus

Neun Personen auf Rücksitzbank - Zahlreiche Menschen innerhalb von drei Tagen eingeschleust

Fahnder der Bundespolizei und des Zolls aus Waidhaus griffen in den letzten drei Tagen im Grenzraum drei jugendliche Syrer, eine türkische Familie mit zwei Kindern und neun meist junge Männer aus der Türkei auf, die auf unterschiedliche aber stets unmenschliche Weise von Schleusern bis in den ostbayerischen Grenzraum gekarrt wurden.

Der Leidensdruck in Syrien ist ungebrochen groß und der Migrationsdruck aus der Türkei nimmt derzeit zu. Das spielt Schleusern in die Hände und spült viel Geld in die dunklen Kassen obskurer Organisationen, so die Bundespolizei Waidhaus. So entdeckten am Mittwoch Zöllner am Waidhauer Zollhof einen verplombten LKW mit aufgeschlitzter Plane. Darin fanden sie und die alarmierten Bundespolizisten drei ausweislose syrische Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren, die die Fahrt auf der Ladefläche zwischen Autoreifen verbracht hatten. Sie wurden nach Befragung an das Jugendamt übergeben.

Der rumänische LKW-Fahrer konnte glaubhaft machen, nichts von den Jugendlichen gewusst zu haben und durfte nach der Zeugenvernehmung die Weiterfahrt antreten.

Türkische Familie in Leuchtenberg aufgegriffen
Am Donnerstag meldete ein aufmerksamer Bundespolizist außerhalb seiner Dienstzeit vermutlich unerlaubt eingereiste Menschen im Bereich der Ortschaft Leuchtenberg.
Eine Streife der Waidhauser Bundespolizei nahm ein türkisches Ehepaar und dessen 10-jährige Tochter und 7-jährigen Sohn mit zur Dienststelle. Schleuser hatten ihnen falsche Reisepässe besorgt und organisiert, dass die vier auf der Ladefläche eines Lkw aus Serbien bis Deutschland transportiert wurden.

Nachdem man die Familie irgendwo im Grenzraum ausgesetzt hatte, hatte der Vater sie per Handy zur nächsten Ortschaft navigiert. Die Bundespolizei leitete sie an eine Erstaufnahmeeinrichtung weiter.

Bulgarischer Schleuser transportiert neun Menschen
Eng ging es am Freitag für neun Geschleuste aus der Türkei her. Die Männer im Alter von 17 bis 40 Jahre waren von zwei Bulgaren auf einem Kleintransporter von Ungarn in den bayerischen Grenzraum gekarrt worden. Zollbeamte hatten den Fiat Ducato von der A6 gelotst und kontrolliert. Dabei staunten sie nicht schlecht, als sie in der Doppelkabine elf Menschen antrafen. Die bulgarischen Schleuser vorne und auf dem hinteren Platz der Kabine, der in der Regel schon für drei Leute eng ausfällt, hatte man die neun Migranten eingepfercht. Während diese nach Sachbearbeitung durch die Bundespolizeiinspektion Waidhaus an eine Erstaufnahme-Einrichtung weitergeleitet wurden, sitzen die beiden bulgarischen Schleuser bereits seit Samstag in Untersuchungshaft.
Einer der Geschleusten äußerte in der Vernehmung, für die Schleusung aus Istanbul bis zu seinem Wunschort Berlin 7.000 Euro bezahlt zu haben.

"Die Schleusungen aus der Türkei nehmen zu", bestätigt der Vizechef der Waidhauser Bundespolizei-Ermittler, Erster Polizeihauptkommissar Ralph Preiß. Es sei jedoch noch zu früh, um von einem Trend zu sprechen. "Wir ermitteln weiterhin akribisch, um an die Hintermänner der Schleusungen heranz zu kommen", so Preiß.

(vl)

Bild: Auf der Rücksitzbank eines Kleintransporters wurden sage und schreibe neun Türken nach Deutschland geschleust // Bildquelle: Bundespolizei Waidhaus
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