Eine Miniaturwelt in drei Ebenen
Die typische Tirschenreuther Krippe besteht aus drei Schichten, die gemeinsam eine eigene kleine Welt erschaffen.
Bis heute entstehen die Krippen in aufwendiger Handarbeit. Besonders beliebt sind die sogenannten „Stückln“ – mehrere Figuren, die zusammenhängend aus einem Holzstück gefertigt werden.
Unikate mit Heimatbezug
Jede Figur ist ein Einzelstück. Neben den klassischen Darstellungen wie Maria und Josef finden sich auch Motive aus dem Tirschenreuther Alltag: der bekannte Fischbrunnen, ein Bäcker bei der Arbeit oder typische Stadtgeschichten, die detailreich in Holz verewigt wurden.
Vom Stadtbrand geprägt
Der große Stadtbrand von 1814 zerstörte viele der ursprünglichen Figuren. Die später entstandenen Werke – teils geschnitzt von inzwischen verstorbenen Tirschenreuthern – stehen heute im Mittelpunkt der Krippenfreunde. Ihre Pflege, die charakteristische Schnitzweise und die Erforschung der Hintergründe jeder einzelnen Figur waren entscheidend für die Aufnahme ins Kulturerbe.
Ausgezeichnet wird die Tradition
Nicht die Figuren selbst tragen den Titel, sondern die gesamte lebendige Tradition, die über Generationen weitergegeben wurde: „Immaterielles Kulturerbe Bayern: Krippentradition Tirschenreuth“.
Ein Grund zur Freude – und ein Blick in die Zukunft
Im Juli wird die Auszeichnung offiziell an die Krippenfreunde und die Stadt überreicht. Und vielleicht bleibt es nicht bei dieser Ehrung: Die nächste Bewerbungsrunde für weitere oberpfälzische Traditionen startet 2028 – eine neue Chance, das kulturelle Erbe der Region sichtbar zu machen.
(ls)