Mo., 30.11.2020 , 11:25 Uhr

Oberpfalz: Neue Außenstelle der psychotherapeutischen Fachambulanz Nünrberg in Regensburg

Zum 1.12.2020 wird in Regensburg die erste Außenstelle der Psychotherapeutischen Fachambulanz Nürnberg für Gewalt- und Sexualstraftäter eröffnet. Ab dem morgigen Tag nehmen ein Psychologe, eine Sozialpädagogin sowie eine Verwaltungsfachkraft in der Regensburger Innenstadt ihre Arbeit auf. Sie sollen künftig nicht nur Probanden aus Regensburg, sondern aus den Regionen der Oberpfalz und Niederbayern an eine zentralere Versorgung durch die neue Außenstelle anbinden können.

Mit der Errichtung der neuen Außenstelle in Regensburg gewährleistet der Freistaat Bayern eine flächendeckende Versorgung in der ambulanten Nachbetreuung für Gewalt- und Sexualstraftäter. Entscheidend für die Wahl des Standortes Regensburg war das Ergebnis der Evaluation der Fachambulanzen. Durch die neue Außenstelle wird die Entfernung der Probanden zu der nächsten zuständigen Fachambulanz erheblich verringert. Dieser entscheidende Faktor wird Probanden den Weg zum ersten Beratungsgespäch erleichtern und eine ortsnahe Betreuung ermöglichen.

Es ist Aufgabe des Staates, Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen. In Bayern hat der Schutz vor Sexual- und Gewaltstraftaten höchste Priorität. Rückfall-Prävention ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Die bayerische Justiz bemüht sich seit vielen Jahren um die ambulante Nachsorge für aus dem Justizvollzug entlassene Gewalt- und Sexualstraftäter. Eine zeitnahe psychotherapeutische Nachbetreuung minimiert Rückfallrisiken und dient letzlich dem Opferschutz.

Georg Eisensreich, Justizminister

Eisenreich weiter: „Ziel der ambulanten Nachbetreuung ist es, für mehr Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Schwere Gewalt- und Sexualstraftaten haben ihre Ursache oft in individuellen Problemen, psychischen Störungen oder Erkrankungen des Täters. In unseren Fachambulanzen wird spezialisierte Straftätertherapie geleistet. Umfang und Ausgestaltung der Therapie richten sich ganz individuell nach der jeweiligen Gefährlichkeit der Probanden. Der zuverlässigste Schutz vor Wiederholungstaten ist eine erfolgreiche Therapie der Täter. Durch die therapeutische Arbeit der Fachambulanzen konnte nachgewiesenermaßen das Rückfallrisiko gesenkt werden.“

Seit der Reform der Führungsaufsicht 2007 widmet sich Bayern mit Nachduck der ambulanten Nachsorge für aus dem Justizvollzug entlassene Gewalt- und Sexualstraftäter. Bereits seit zwölf Jahren gibt es die Fachambulanz in München, seit elf Jahren in Nürnberg und seit fast zehn Jahren in Würzburg.

Mit der neuen Außenstelle der Fachambulanz Nürnberg in Regensburg, deren Träger ebenfalls die Stadtmission Nürnberg e. V. ist, leistet Bayern damit einen weiteren Beitrag für die Sicherheit im Freistaat. Finanziert werden die bayerischen Fachambulanzen durch die Justiz. Der aktuelle Doppelhaushalt sieht allein für die Fachambulanz Nürnberg über 1,4 Millionen Euro jährlich vor.

(Symbolbild: Pixabay)

(vl)

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