Mi., 22.08.2018 , 16:16 Uhr

Oberpfalz: Polizei warnt vor "Sexpressung"

Viele Fälle von „Sexpressung“

Es gibt einen neuen Erpresser-Trick, durch den Kriminelle versuchen an leichtes Geld zu kommen. Das Cyber-Phänomen lautet „Sexpressung“. Seit Beginn des Jahres häufen sich die Fälle sogenannter „Sexpressung“. Anfang August waren es bayernweit bereits über 870 Fälle, davon 77 in der Oberpfalz, das teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Die Opfer werden dabei so unter Druck gesetzt, dass sie der per Email gestellten Geldforderung oftmals nachkommen.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz erklärt, worum es sich beim Phänomen „Sexpressung“ handelt:

Es handelt sich um eine Form der Erpressung aus dem Bereich der Cyberkriminalität. Die Täter versenden unzählige Spam-Emails an Internetnutzer, welche den Empfängern vorgaukeln, dass deren Computer mit einer Schadsoftware infiziert wurde. Diese hätte unbemerkt Videoaufnahmen mit der Webcam aufgezeichnet, welche das Opfer angeblich bei sexuellen Handlungen vor dem PC gefilmt hätte.

Nun drohen die Täter damit, dass sie diese Aufnahmen im Internet veröffentlichen, beziehungsweise direkt an Freunde und Bekannte senden werden. Zur Verhinderung der Verbreitung sollen die Opfer innerhalb einer Frist Geldbeträge, meist in Form der kryptografischen Währung „Bitcoin“, an eine vom Täter genannte Adresse transferieren.

Um ihrer erpresserischen Absicht Nachdruck zu verleihen, haben sie auch die Absender ihrer Mails meist mit „Achtung!“ bezeichnet. Wie das Bundeskriminalamt berichtet werden aber wechselnde Absenderadressen verwendet. Die Betreffzeilen enthielten Formulierungen wie „Ihr Leben kann zerstört werden“ oder „Ihr Ruf steht auf dem Spiel“. Seit Neuestem gehen die Täter noch dreister vor. Im Betreff ihrer E-Mails erscheint nun ein Passwort, das der Empfänger tatsächlich einmal eingesetzt hatte.

Fakt ist, dass in keinem der bislang polizeilich gemeldeten Fälle eine tatsächliche Kameraüberwachung des genutzten Computersystems festgestellt wurde. Die in den Betreffzeilen genannten Passwörter könnten beispielsweise aus zurückliegenden Datenabflüssen auf Websites wie Foren oder Shops stammen. Denn auf schlecht abgesicherten Webseiten im Internet erlangen Cyberkriminelle oftmals Nutzerdaten wie Mail-Adressen und Passwörter und veräußern diese Datensätze auf einschlägigen Plattformen im Darknet – oder nutzen diese selbst für Erpressungshandlungen.

Die Polizei rät:

– Reagieren Sie nicht auf die E-Mail.
– Gehen Sie keinesfalls auf die Geldforderungen ein.
– Klicken Sie keine Links in der E-Mail an.
– Ist in der E-Mail ein bekanntes Passwort genannt, ändern Sie es umgehend.
– Grundsätzlich sollten Passwörter hinreichend komplex sein und regelmäßig geändert werden.
– Nutzen Sie aktuelle Viren-Software.
– Unabhängig davon, welche Webseiten Sie gerade besuchen, achten Sie auf Ihre Webcam und deaktivieren Sie sie gegebenenfalls.
– Bei Fragen wenden Sie sich an die örtliche Polizei.

Foto: Symbolbild

Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Polizeipräsidium Oberpfalz Sexpressung

Das könnte Dich auch interessieren

16.03.2026 Kriminalstatistik Oberpfalz 2025: Rückgang der Straftaten – Cybercrime nimmt zu Weniger Straftaten in der Oberpfalz Im Jahr 2025 wurden insgesamt 40.882 Straftaten registriert – ein Rückgang um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 71,5 Prozent und bestätigt das hohe Ermittlungsniveau der Polizei. Besonders positiv fällt der deutliche Rückgang bei Diebstahldelikten auf. Hier konnte die Polizei spürbare Erfolge erzielen. Cyberkriminalität bleibt größte 10.02.2026 Mehrere Verhaftungen in der Drogenszene der nördlichen Oberpfalz Zehn Menschen aus der Oberpfälzer Drogenszene sind von Ermittlern verhaftet worden. Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz heute vermeldet hat, haben Polizisten insgesamt acht Männer und zwei Frauen zwischen 25 und 60 Jahren festgenommen. Sie kamen aus der Stadt Amberg und den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf. Bei den Tatverdächtigen haben die Beamten Drogen wie Metamphetamin, Haschisch, Crystal-Speed 27.03.2026 Unterzeichnung des Memorandums Eine engere Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg. In der Reithalle Svetce in Tachov unterzeichneten die fünf deutschen Gemeinden, Tirschenreuth, Bärnau, Bad Neualbenreuth, Mähring und Plößberg, sowie sieben tschechische Gemeinden gemeinsam ein Memorandum. Die amtierenden Bürgermeister möchten damit eine langfristige Kooperation etablieren, die über ihre Amtszeit hinaus fortgeführt werden soll. Die Menschen leben dort in einer 27.03.2026 Zusammenfassung des GRAMMER‑Geschäftsberichts 2025 Die wichtigsten Ergebnisse: Umsatz: 1,82 Milliarden Euro (etwas weniger als 2024). Operativer Gewinn (EBIT): 75,1 Mio. Euro – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. EBIT‑Marge: 4,1 % (Vorjahr: 2,2 %). Gesamtgewinn (EBIT): 69,1 Mio. Euro (Vorjahr: 8,1 Mio. Euro). Free Cashflow: +39,1 Mio. Euro (Vorjahr: –18,9 Mio. Euro). Ausblick 2026: leichter Umsatzanstieg, weiterer Gewinnanstieg.