Di., 09.03.2021 , 18:09 Uhr

Oberpfalz: Sicherheitsbericht 2020 vorgestellt

Die Kriminalität erreicht 2020 in der Oberpfalz in vielen Bereichen historische Tiefstwerte. Damit setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort.

Die Zahl der Gesamtstraftaten lag 2020 bei 42.819 (inkl. Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht) und damit 5,5% unter dem Wert des Vorjahres (2019: 45.319). Zudem erreichte die Aufklärungsquote den höchsten Wert im 10-Jahresvergleich und lag bei 71,7%. Damit liegt die Oberpfalz knapp 3%-Punkte über dem Durchschnittswert für ganz Bayern. Auch bei der Häufigkeitszahl (Zahl der bekannt gewordenen Straftaten je 100.000 Einwohner) wurde ein historischer Tiefstwert erreicht. Hier lag die Oberpfalz im vergangenen Jahr bei 3.850. Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Oberpfalz im Jahr 2020 139.204 Einsätze (2019: 146.309). Bei 4,5% dieser Einsätze habe es einen konkreten Corona-Bezug gegeben (Verstöße gegen Infektionsschutzverordnung, Demonstrationen etc.).

Corona-Pandemie auch ein Grund für Rekordtief an Straftaten

Zum Teil könne man die historisch niedrigen Zahlen mit den Umständen der Corona-Pandemie erklären, so Polizeipräsident Norbert Zink. „Wir hatten bei Körperverletzungen im öffentlichen Raum, Diebstähle von Fahrzeugen, Ladendiebstähle, Einbrüche in Hotels und Gaststätten starke Rückgänge. Das liegt daran, dass diese Delikte eine Anwesenheit im öffentlichen Raum erfordern und wir wissen alle, dass es Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen gab. Wenn ich nicht unterwegs sein kann, dann kann ich diese Delikte auch nicht begehen.“ Zink weiter: „Wirft man einen Blick auf die rückläufigen Gesamtfallzahlen und die niedrige Kriminalitätsbelastung, so ist dies erneut ein deutlicher Beleg für die gute Sicherheitslage und die engagierte Polizeiarbeit in der Oberpfalz. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch trotz der neuen, besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie mit hohem Engagement für das Wohl der Oberpfälzer Bevölkerung eingetreten, wofür ich ihnen besonders danke.“

Kein signifikanter Anstieg von häuslicher Gewalt

Anstiege habe es laut Sicherheitsbericht 2020 in den Bereichen Straftaten gegen das Leben (um 21 Fälle auf 46), den Vermögens- und Fälschungsdelikten (um 256 Fälle auf 5.898) bei Sexualdelikten (um 256 Fälle auf 892) sowie politisch motivierter Kriminalität (Rechts: Anstieg um 43 Fälle auf 217, Links: Anstieg um 16 Fälle auf 72) gegeben. Einen signifikanten Anstieg an Fällen von häuslicher Gewalt, der ja oft als negative Auswirkungen des Lockdowns diskutiert wird, habe man laut leitendem Kriminaldirektor Robert Fuchs in der Oberpfalz nicht feststellen können. Mit 1.491 angezeigten Fällen wurden hier nur drei Fälle mehr erfasst als 2019. Allerdings müsse hier vermutlich von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen werden, da nicht jeder Fall von häuslicher Gewalt auch zur Anzeige gebracht werde.

Rauschgiftkriminalität bleibt großes Problem

Ein weiteres Problemfeld in der Oberpfalz bliebe laut Rauch auch die Rauschgiftkriminalität. Zwar habe man auch hier einen Rückgang von rund 10% auf 4.425 Fälle registriert, jedoch seien dem Polizeipräsidium auch 32 Rauschgifttodesfälle (Bayernweit 247 Rauschgifttodesfälle) bekannt. Der Jüngste sei gerade mal 17 Jahre alt gewesen.

Den Sicherheitsbericht 2020 finden Sie hier zum Nachlesen. (ac)

10-Jahresvergleich Anzeige Auswirkungen Corona Corona-Pandemie Delikt Delikte Deliktfelder Entwicklungen Historisch Kriminalität Kriminalitätsstatistik kriminell Norbert Zink Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Polizei Polizeipräsident Polizeipräsidium Regensburg registrierte Fälle Rückgang Sicherheitsbericht 2020 Statistik Straftaten Tiefstwert Verbrechen Zahlen

Das könnte Dich auch interessieren

16.03.2026 Kriminalstatistik Oberpfalz 2025: Rückgang der Straftaten – Cybercrime nimmt zu Weniger Straftaten in der Oberpfalz Im Jahr 2025 wurden insgesamt 40.882 Straftaten registriert – ein Rückgang um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 71,5 Prozent und bestätigt das hohe Ermittlungsniveau der Polizei. Besonders positiv fällt der deutliche Rückgang bei Diebstahldelikten auf. Hier konnte die Polizei spürbare Erfolge erzielen. Cyberkriminalität bleibt größte 02.07.2025 Kriminalstatistik 2024: Mehr Körperverletzungen in Schwandorf, weniger Drogendelikte Die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Schwandorf für das Jahr 2024 ist da – und sie zeigt ein differenziertes Bild. Insgesamt registrierten die Beamten 1611 Straftaten, 18 mehr als im Vorjahr. Damit bleibt die Zahl jedoch auf einem weiterhin relativ niedrigen Niveau. Zum Vergleich: 2019 lag die Zahl der Straftaten in Schwandorf noch bei mehr als 2000 22.05.2025 Polizeiinspektion Tirschenreuth veröffentlicht Statistik 2024 Auch im Jahr 2024 habe es im Bereich der Polizeiinspektion Tirschenreuth wieder viel Arbeit gegeben, so der kommissarische Leiter der PI Dominik Plank. Die Straftaten seien demnach im Vergleich zu 2023 leicht angestiegen auf 786. Die Aufklärungsquote lag dabei bei 67,7 Prozent. Ein Jahr zuvor lag sie noch bei 74,4 Prozent. Da es sehr viele 24.03.2026 Machetenangriff in Tirschenreuth: Tatverdächtiger festgenommen Der 41-jährige Deutsche soll einen 38-Jährigen mit einer Machete angegriffen und an der Hand verletzt haben, nachdem ein Streit zwischen ihnen und zwei weiteren Männern eskaliert war. Der 38-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden, wurde aber mittlerweile wieder entlassen. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen vor Ort festnehmen. Er wurde von seinem Opfer mutmaßlich in Notwehr