Bevor ein Verkaufspreis festgelegt wird, steht die sorgfältige Wertermittlung an erster Stelle. Wer den Preis zu hoch ansetzt, schreckt Kaufinteressenten ab. Wird er zu niedrig angesetzt, verschenkt man bares Geld. Eine erste Orientierung liefern regionale Bodenrichtwerte, die bei der jeweiligen Gemeinde abrufbar sind. Ergänzend helfen kostenlose Bewertungstools im Internet, eine grobe Spanne einzuordnen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, investiert in ein Kurzgutachten eines unabhängigen Sachverständigen. Die Kosten dafür liegen je nach Aufwand zwischen 300 und 800 Euro – ein Bruchteil der eingesparten Provision. Besonders in der Oberpfalz, wo Quadratmeterpreise stark zwischen Stadt und Land variieren, ist eine realistische Einschätzung ausschlaggebend. Die verschiedenen Schritte beim Immobilienverkauf beginnen genau an diesem Punkt, denn ein solider Zeitplan sorgt dafür, dass kein wichtiger Aspekt vergessen wird.
Nach der Preisfindung wird das Objekt für den Verkauf vorbereitet. Kleine Verschönerungen, die oft nur wenig Aufwand erfordern, wirken wahre Wunder, denn frisch gestrichene Wände, ein gepflegter Garten sowie aufgeräumte und einladend wirkende Räume vermitteln Kaufinteressenten, die das Objekt zum ersten Mal besichtigen, einen überaus positiven ersten Eindruck von der gesamten Immobilie. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Home Staging, einer bewährten Methode, die darauf abzielt, den gefühlten Wert einer Immobilie durch gezielte Gestaltung und ansprechende Präsentation der Räumlichkeiten deutlich zu steigern, sodass Kaufinteressenten sich von Anfang an wohlfühlen. Bereits mit einem Budget von wenigen hundert Euro lassen sich sichtbare Verbesserungen erzielen.
Beim Erstellen des Inserats kommt es auf professionelle Fotos und eine aussagekräftige Beschreibung an. Die Bilder sollten bei Tageslicht aufgenommen werden, am besten mit einer guten Kamera statt nur mit dem Smartphone. Im Beschreibungstext zählen konkrete Fakten: Wohnfläche, Grundstücksgröße, Baujahr, Energieausweis-Kennwerte, Ausstattungsmerkmale und die Lage mit ihren Vorzügen. Gerade in der Oberpfalz punkten Argumente wie Naturnähe, kurze Wege und ein ruhiges Wohnumfeld. Wer darüber hinaus beim Verkauf auch steuerliche Aspekte berücksichtigen möchte, findet wertvolle Hinweise in einem Beitrag zum Steuern sparen beim Immobilienverkauf. Das Inserat wird anschließend auf gängigen Immobilienportalen veröffentlicht – je mehr Reichweite, desto besser die Chancen auf einen guten Preis.
Sobald die ersten Anfragen von Kaufinteressenten eingehen, beginnt die aktive Verkaufsphase, in der es darauf ankommt, schnell und professionell auf jede einzelne Kontaktaufnahme zu reagieren. Eine gute Terminplanung hilft, den Überblick zu behalten. Einzelbesichtigungen sind Sammelbesichtigungen vorzuziehen, da sie eine persönlichere Atmosphäre schaffen und individuelle Fragen besser möglich machen. Vor jedem Besichtigungstermin sollte eine Checkliste mit den folgenden Punkten durchgegangen werden:
1. Alle relevanten Unterlagen bereithalten: Grundbuchauszug, Energieausweis, Grundrisse, Nebenkostenabrechnungen und ggf. Eigentümerversammlungsprotokolle.
2. Mängel ehrlich angeben – verschwiegene Schäden können rechtliche Probleme verursachen.
3. Stärken der Immobilie betonen: Lage, Infrastruktur, Modernisierungen und besondere Ausstattungsmerkmale.
4. Fragen der Kaufinteressenten zeitnah und sachlich beantworten.
5. Nach der Besichtigung Feedback einholen und den Verkaufsprozess bei Bedarf anpassen.
Wer gut vorbereitet in Besichtigungen geht, strahlt Kompetenz aus und schafft Vertrauen – zwei Faktoren, die beim Privatverkauf besonders zählen. Zusätzlich lohnt es sich, die steuerlichen Rahmenbedingungen rund um den Immobilienbesitz zu kennen, wie ein Steuertipp rund um das Sparen mit Immobilien anschaulich zeigt.
Bei der Preisverhandlung zahlt sich die eingesparte Provision aus. Ein klar definierter Mindestpreis gibt Sicherheit – unter diese Grenze sollte nicht gegangen werden. Gleichzeitig hilft ein kleiner, bewusst eingeplanter Verhandlungsspielraum dabei, den Kaufinteressenten in angemessener Weise entgegenzukommen, sodass diese sich ernst genommen fühlen, ohne dass der eigene Erlös, der durch den Wegfall der Maklerprovision ohnehin höher ausfällt, dabei zu stark geschmälert wird. Wer den Marktwert kennt und die Stärken der Immobilie gezielt ins Gespräch einbringt, verhandelt aus einer starken Position.
Sobald sich beide Seiten auf einen Preis geeinigt haben, folgt der Notartermin. Der Notar ist gesetzlich vorgeschrieben und erstellt den Kaufvertrag. Die Kosten dafür trägt üblicherweise der Käufer. Vor dem Termin ist es ratsam, den Vertragsentwurf genau zu prüfen. Wichtige Punkte sind die Zahlungsmodalitäten, der Übergabetermin und die Regelung zu eventuellen Mängeln. Auch die Löschung einer bestehenden Grundschuld muss geregelt werden, falls noch eine Resthypothek auf der Immobilie lastet. Hilfreiche Orientierung zum gesamten Ablauf bieten auch Ratgeber zum Thema Immobilienverkauf ohne Makler, die den Prozess Schritt für Schritt beleuchten.
Gerade in der Oberpfalz ist es wirtschaftlich klug, eine Immobilie ohne Makler zu verkaufen. Moderate Preise machen die Provision anteilig besonders hoch. Beim Verkauf einer Wohnung für 180.000 Euro spart man bei 7,14 Prozent Provision rund 12.850 Euro. Diese eingesparte Summe, die bei den in der Oberpfalz ohnehin geringeren Verkaufserlösen besonders ins Gewicht fällt, kann einen gewaltigen finanziellen Unterschied ausmachen, da sie sich beispielsweise direkt für die Anzahlung einer neuen Immobilie, für die Tilgung bestehender Verbindlichkeiten oder auch für andere dringend notwendige Ausgaben verwenden lässt.
Der Aufwand für den Privatverkauf einer Immobilie bleibt durchaus überschaubar, wenn von Anfang an ein klarer und gut durchdachter Plan vorhanden ist, der alle wichtigen Schritte berücksichtigt. Von der Wertermittlung über die Inserat-Erstellung bis zur Preisverhandlung lassen sich alle Schritte mit etwas Eigeninitiative gut bewältigen. Moderne Onlineportale erleichtern die Vermarktung der Immobilie zusätzlich, da sie eine große Reichweite bieten, während kostenlose Vorlagen für Exposés frei verfügbar sind und sich ohne großen Aufwand an die eigene Immobilie anpassen lassen. Letztlich bleibt nach dem vollständigen Abzug der noch bestehenden Resthypothek sowie aller weiteren anfallenden Kosten einfach deutlich mehr vom erzielten Verkaufspreis übrig, was dazu führt, dass dieses finanzielle Plus, das ohne die Zahlung einer Maklerprovision entsteht, den persönlichen Einsatz und die investierte Zeit allemal rechtfertigt. Eigenständig verkaufen bringt volle Kontrolle über Preis und Ablauf sowie wertvolle Erfahrung für künftige Entscheidungen.
(exB)