Die Windkraft spaltet die Gesellschaft. Auch in Weiden. Dort will die Stadtregierung nun Windräder errichten, obwohl sie das aus gesetzlicher Sicht gar nicht müsste.
Bis Ende 2027 muss der regionale Planungsverband Oberpfalz Nord in einem Regionalplan für Windkraft 1,1 Prozent der Regionsfläche für Vorranggebiete ausweisen. Nach der letzten Versammlung hat der Verband aber bereits 1,4 Prozent ausgewiesen. Dadurch muss die Stadt Weiden keine Windräder errichten, will es aber trotzdem tun.
Dabei möchte die Stadt den „Weidener Weg“ verfolgen, nach dem von der Planung über die Verwirklichung bis hin zur Bürgerbeteiligung alles in Händen der Stadt ist. Dadurch könne Weiden eine Autarkie im Energiebereich erlangen und die Strompreise für seine Bürger senken, so der Kreisverbandsvorsitzende der Freien Wähler, Markus Emmerich.
Insgesamt kommen für die Windräder aktuell drei Flächen infrage. Unter anderem bei Matzlesrieth unter dem Namen Weiden 11. Doch das sehen die Bürger kritisch und haben sich zu Bürgerinitiativen zusammengeschlossen. Durch die Windanlagen würden die Bürger sowohl durch Schattenschlag als auch durch Lärmbelästigung gestört, meint der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Letzau, Ernst Herrmann. Um beiden Seiten nun eine Stimme zu geben, hat Markus Emmerich einen Informations- und Diskussionsabend in Weiden organisiert. Während der Veranstaltung konnte die Bürgerinitiative einen Kompromissvorschlag unterbreiten.
Laut diesem Kompromiss wäre ein Windpark im Gebiet Weiden 10, etwa zwischen der Heiligen Staude an der B22 bis zur Abzweigung nach Mitterhöll, gut geeignet, da er dort weit von Anwohnern entfernt wäre und es wahrscheinlich kein Problem für die Genehmigung der Amerikaner gebe, so Herrmann. Zudem müsste für das Gebiet Weiden 10 nicht so viel Wald abgeholzt werden, wie bei Matzlesrieth und die Elektrik könne an das Umspannwerk in Schirmitz angeschlossen werden.
Ein Vorbild für den Ausbau in der Region kann die Gemeinde Parkstein sein, weshalb die Freien Wähler die eingetragene Genossenschaft Bürgerenergie Parkstein zum Infoabend eingeladen haben. Die Planungen für den Windpark in Weiden übernimmt, wie auch in Parkstein, die Firma Plan BC. Die Bedenken der Bürger bezüglich des geplanten Standorts Weiden 11 nehme das Unternehmen ernst. Es sei lobenswert, dass die Bürgerinitiative so standhaft bleibe, so Projektleiter Bernhard Schmidt. Der Kompromissvorschlag für den Standort Weiden 10 solle somit weiter besprochen und optimiert werden.
Doch aktuell ist auch weiterhin das Gebiet Weiden 11 im Gespräch. Dort müssten, wie in den anderen Gebieten auch, noch die Belastung durch Lärm und Schattenwurf sowie artenschutzrechtliche und militärische Belange überprüft werden, so Schmidt. Wie viele Windräder die Stadt Weiden wann und auf welche Flächen bauen kann, steht also noch in den Sternen.
(km)