Mi., 24.06.2026 , 12:52 Uhr

Ursensollen / Oberpfalz

Polizei nimmt Wildtierkriminalität in den Fokus

Die Oberpfälzer Polizei will Straftaten gegen die Natur, Wildtiere oder geschützte Arten stärker ins Visier nehmen – und ruft die Bürger zur Mithilfe auf. Was hinter dem Projekt Wildtierkriminalität steckt, erklären wir hier.

Wenn Tiere ins Visier von Wilderern geraten – dann kommt nicht nur die Naturschutzbehörde ins Spiel, sondern auch die Polizei. Sie will nun genauer hinsehen, wenn Wildtiere oder gar geschützte Arten Opfer von Kriminalität werden. Deswegen sind die Beamten regelmäßig auf Naturschutzstreife unterwegs, zum Beispiel im Hirschwald. Das Ziel: Bürger für Wildtierkriminalität zu sensibilisieren.

„Die Leute sollen die Augen offenhalten. Wenn Sie etwas sehen, was ungewöhnlich ist, am besten gleich die 110 wählen und uns anrufen.“, erklärt Diensthundeführer Florian Vogel von der Amberger Polizei. Relevant für die Polizei können zum Beispiel verletzte oder getötete Wildtiere oder auch Giftköder sein. In solchen Fällen könnte die Polizei anfangen zu ermitteln. „Wichtig ist auch: wenn Sie ein totes oder verletztes Tier finden, auf keinen Fall anfassen oder einen Hund zu nah hinlassen“, ergänzt Vogel. Falls das Wildtier vergiftet wurde, könnte das nämlich auch für den Menschen oder einen Hund gefährlich werden.

Jeder Fall zählt

Rund 1.240 Fälle hat die Bayerische Polizei im Bereich Wildtierkriminalität 2025 erfasst. Keine besonders hohen Zahlen – aber bei geschützten Arten kann jedes einzelne Tier wichtig sein, erklärt Polizeihauptkommissar Michael Zaschka. „Deswegen ist es wichtig, dass wir so viele Fälle wie möglich verhindern – oder wenn etwas vorkommt, die Täter ermitteln.“

Die Polizisten, die auf Naturschutzstreife unterwegs sind, sind normalerweise Diensthundeführer. Heute ist zum Beispiel Schäferhündin Aurora die Streifenpartnerin. Bisher soll der Hund aber nicht nach Giftködern oder Tieren suchen, denn dafür sind die Polizeihunde gar nicht ausgebildet. „Wir haben Rauschgift- und Sprengstoffhunde“, erklärt Vogel. Es sei aber in Planung, irgendwann auch speziell abgerichtete Hunde für die Naturschutzstreife einzusetzen.

Gemeinsames Projekt in Deutschland und Österreich

„Wildlifecrime“ ist ein EU-gefördertes Projekt mit 13 Partnern, die sich gegen Wildtierkriminalität einsetzen wollen. Die Oberpfälzer und Niederbayerische Polizei sind die ersten Polizeipräsidien, die sich als Partner beteiligen. Hier soll der Polizist also nicht nur Freund und Helfer des Menschen, sondern auch der Wildtiere sein.

(az)

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