Do., 16.02.2023 , 14:21 Uhr

Weiden

Urteil im Vergewaltigungsprozess

Wegen Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung ist heute ein 22-jähriger Syrer zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Das Landgericht Weiden befand ihn nach ausführlicher Beweisaufnahme für schuldig, am Morgen des 15. August 2022 eine 20-jährige flüchtige Bekannte aus Weiden gegen ihren deutlich erkennbaren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben.

Sie hat Nachhilfe in Deutsch gegeben, das wurde einer 20-jährigen Weidenerin im vergangenen Jahr zum Verhängnis. Denn dadurch kannte sie flüchtig den 22-jährigen Syrer, den sie später zufällig in einer Weidener Discothek traf. Da es spät wurde in jener Nacht, stimmte die Frau zu, noch mit in die Wohnung eines Bekannten zu kommen, wo sie auf dem Sofa übernachten wollte. Doch es gab ein böses Erwachen, die Frau wurde am Morgen vergewaltigt und dabei verletzt.

Bis zu 15 Jahre Gefängnis sieht das Gesetz für so eine Tat vor. Doch haben sich die Prozessbeteiligten im Vorfeld auf eine deutlich niedrige Strafe geeinigt, wenn der Angeklagte gesteht. Das ist dann über seinen Verteidiger Rouven Colbatz erfolgt.

Der Syrer muss drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis und dem Opfer ein Schmerzensgeld von 5.000 Euro zahlen. Der Rechtsanwalt des Opfers, Arvid Spiggelkötter aus Göttingen, bezeichnete die Strafe als tat- und schuldangemessen, kritisierte aber, dass dem Opfer eine ereute Aussage vor Gericht nicht völlig erspart geblieben sei, da sich der Täter in der Verhandlung selbst nicht geäußert habe. Auch über seinen Verteidiger seien keine qualifizierten Aussagen zum Tathergang gemacht worden. „Gerade diese sekundäre Viktimisierung stellt für das Opfer entsprechender Straftaten häufig eine besondere Belastung dar“, so der Anwalt.

Genau deswegen hatten sich die Prozessbeteiligten im Vorfeld auf den „Deal“ eingelassen.

(gb)

2023 Amberg Angeklagt Arvid Spiggelkötter Bayern Deal Frauenrichter Straße gb gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Landgericht Weiden Luhe Matthias Biehler Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Peter Werner Prozess Rouven Colbatz Sex TV Bayern live Urteil Vergewaltigung Weiden

Das könnte Dich auch interessieren

03.07.2026 Müllprozess: Rücktritt vom Rücktritt des Geständnisses Der Skandal um den in Tschechien wild abgelagerten Oberpfälzer Müll zieht weite Kreise. Derzeit steht der Chef des Entsorgungsunternehmens und ein tschechischer Mitarbeiter vor der Ersten Großen Strafkammer des Weidener Landgerichts. Ihnen werden unter anderem illegale Abfalltransporte im großen Stil vorgeworfen. Der Prozess hatte am 3. Juni turbulent begonnen. Erst ein Geständnis des 53-jährigen Firmenchefs, 11.06.2026 „Deal“ im Weidener Müllprozess erspart Abfallunternehmer lange Haft Im Prozess um den Müllskandal von Tschechien vor dem Weidener Landgericht ist bereits heute am ersten Verhandlungstag der Strafrahmen abgesteckt worden. Die Prozessbeteiligten schlossen einen Deal: Umfassende Geständnisse gegen mildere Strafen. Angeklagt sind ein 53-jähriger Entsorgungsunternehmer aus Weiden und sein 57-jähriger tschechischer Geschäftspartner. Beide sollen aus Gewinnsucht rund 700 Tonnen Müll illegal in die tschechische 17.07.2026 Prozess um deutsch-tschechischen Müllskandal: Schwächen im Abfallrecht Derzeit macht die Abfallwirtschaft ja mächtig Schlagzeilen. Vor wenigen Tagen wurde der Geschäftsführer eines Abbruchunternehmens im Kreis Tirschenreuth festgenommen – wegen falscher Entsorgung von asbesthaltigem Abfall. In Italien wird gegen eine Bande ermittelt, die illegal Textilabfälle in die Türkei exportiert haben soll. Und der Weidener Fall mit dem Export von Windkraft-Müll nach Tschechien ist längst 17.07.2026 Vorbereitungen des Jahrhundertwerks laufen: St. Josef Weiden wird saniert Die St.-Josef-Kirche in Weiden soll für die kommenden 100 Jahre fit gemacht werden. Dazu ist eine Innenraumsanierung geplant, die derzeit vorbereitet wird. Über den Stand dieser Untersuchungen haben sich die Beteiligten bei einem Rundgang informiert. Die Kirchenverwaltung, Pfarrer Markus Schmid, Architekt Michael Feil und Vertreter der Diözese Regensburg haben sich mit den Restauratoren ausgetauscht. Erste