Mo., 23.03.2026 , 15:58 Uhr

Amberg

Reaktionen und Analysen von einem historischen Wahlabend

Es kommt einem politischen Paukenschlag gleich: Amberg hat erstmals seit fast 70 Jahren bald keinen Oberbürgermeister der CSU mehr. Wir fassen den denkwürdigen Wahlabend in Amberg zusammen.

Michael Fritz vor Stefan Ott – wer hätte gedacht, dass die Stichwahl so ausgeht? Vor zwei Wochen noch fielen 40,8 Prozent der Stimmen auf den CSU-Oberbürgermeisterkandidaten Stefan Ott und nur 13,8 Prozent auf Michael Fritz von den Freien Wählern. Gestern aber setzte sich Fritz mit 54,6 Prozent durch. Es kommt einem politischen Paukenschlag gleich.

Immerhin: Der Landtagsabgeordnete Bernhard Heinisch glaubte bei der Nominierungsveranstaltung im Oktober 2025 bereits an einen Wechsel im Amberger Rathaus. So sagte er damals: Fritz wird es schaffen, Oberbürgermeister zu werden.

Michael Fritz war schon vor zwei Wochen überrascht, es in die Stichwahl geschafft zu haben. Noch viel mehr war er es gestern, als er diese sogar gewonnen hat.

CSU hat weiterhin hohes Gewicht

Ob der Wahlverlierer, Stefan Ott von der CSU, bei dieser Zusammenarbeit dabei sein wird, lässt er übrigens noch offen. Er sei das Gesicht der Kampagne gewesen und trage für die Niederlage die Verantwortung.

Der noch amtierende Oberbürgermeister Michael Cerny nimmt Ott in Schutz. Er glaubt, dass einer der Gründe für die Niederlage auch eine Anti-CSU-Stimmung aus anderen politischen Lagern war.

Fakt aber ist auch: Die abgewählte CSU hat noch immer deutlich mehr Stimmen im Stadtrat: Zu den 14 eigenen Stimmen kommen auch noch die drei der Jungen Union. Die Freien Wähler haben dagegen nur vier Sitze. Ohne CSU wird es also auch in der neuen Legislaturperiode nicht gehen.

(mz)

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