Mehr als 80 Zuhörer in der bewusst abgedunkelten Aula der VHS Weiden-Neustadt. Kein Wunder: In der Nacht vor der Veranstaltung waren rund um die VHS solche Sticker von extremen Rechten zu sehen. Es geht um ein heikles, ein beunruhigendes Thema. Journalist und Autor Robert Claus recherchiert seit Jahren europaweit zu den Verbindungen der extremen Rechten in das Milieu des Kampfsports.
Mit dem Kampfsport propagiere die extreme Rechte laut Robert Claus ein gewaltbereites Männerbild – und bereite sich auf den Tag X vor, dem Tag der gewaltvollen Machtübernahme.
Studiobetreiber weisen Vorwurf zurück
Rechtsextreme im Kampfsport – es ist kein neues Thema. Aber aktuell sei eine Veränderung feststellbar: eine zunehmende Kommerzialisierung.
Zum Beispiel: Kampfsportevents wie die Fight Night in Weiden, organisiert von Spartan. Offiziell wird damit Geld für die Kinderkrebshilfe gesammelt. Doch es ist auch ein Schaulaufen der extremen Rechten aus unserer Region. OTV hat mit den Inhabern des Studios im Oktober 2025 gesprochen. Sie distanzieren sich davon, ein Zulaufbecken für exteme Rechte zu sein. Zwar habe es einen Fall gegeben, räumte man ein. Aber dieser sei resozialisiert.
Noch minderjährige Kampfsportler
Anders sieht es Jan Nowak von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus bei der VHS-Veranstaltung gestern Abend. Zwar sei das Studio nicht dem Rechtsextremismus zuzuordnen und auch die Inhaber hätten keinen bekannten Hintergrund in diese Richtung. Und doch trainieren hier szenenbekannte Rechtsextreme wie Lukas S. Es gäbe also kein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis, so Nowak. Und: Es gibt auch Verbindungen zum Active Club Nordgau – eine Gruppe, die sehr militant auftrete.
Seit gut einem Jahr gäbe es laut Nowak auch ein noch unorganisiertes Neonazi-Netzwerk in Schwandorf und Amberg mit sehr jungen, oft minderjährigen Mitgliedern, geannnt Strukt-18.
Fazit der Referenten: Gewaltbereite Rechtsextreme seien in unserer Region nicht zu überschätzen, aber auch nicht zu unterschätzen.
(mz)