Mi., 22.07.2020 , 15:25 Uhr

Regensburg: Schwester von Maria Baumer sagt vor Gericht aus

Am heutigen 8. Verhandlungstag ist die Schwester der ermordeten Maria Baumer am Landgericht Regensburg befragt worden. Zu Maria habe sie ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Es habe keine Geheimnisse gegeben.

Auch zu deren ex-Verlobten und jetzigen Angeklagten sagte sie, habe sie ein gutes Verhältnis gehabt. Sie habe ihn als Teil ihrer Familie akzeptiert. Nach dem Verschwinden von Maria Baumer sei das Verhältnis zu ihr und ihrer Familie sogar noch enger geworden. Dies habe sich erst geändert, als die sterblichen Überreste von Maria Baumer gefunden wurden.

Schwester soll ex-Verlobten aushorchen
Vor Gericht kam dabei heraus, dass sie von der Polizei aufgefordert worden sei, Christian F. auszuhorchen. Dies habe sie bei einem Café-Besuchs auch getan. Das Mikro sei in ihrer Handtasche versteckt gewesen. Verteidiger Michael Haizmann sah in dem ganzen Handeln eine Beeinflussung der Schwester und stellte den Antrag, dass die Erkenntnisse daraus vor Gericht nicht verwendet werden sollen. Er legte einen Verwertungswiderspruch ein.

Maria Baumer und Medikamente
Ja, sie habe Ibuprofen als Schmerzmittel genommen, so ihre Schwester. Sogar sehr viel, weil es nicht mehr anders gegangen sei. Ansonsten habe Maria Baumer Medikamente verabscheut, weil sie Angst vor den Nebenwirkungen gehabt habe. Von Tramadol und Lorazepam habe sie erst aus den Akten erfahren. Ihre Schwester hätte ihr auf alle Fälle davon erzählt, wenn sie derartige Medikamente genommen hätte.

Maria Baumer und Gedächtnisaussetzer
Die Schwester gab heute an, davon gewusst zu haben. Den Eltern habe sie jedoch nichts erzählt. Sie hätten sich sonst große Sorgen gemacht. Die Frage, die diesbezüglich geklärt werden muss, ist, ob diese Aussetzer Folge ihrer Medikamenteneinnahme war, oder ob der Angeklagte ihr schon vor dem Verschwinden diese Medikamente eingeflößt hat.

Wollte sich Maria Baumer von Christian F. trennen?
Christian F. habe ihr erzählt, dass er den Verlobungsring versteckt in der Unterwäsche gefunden habe und auch der Vertrag für ein neues Handy von Maria Baumer sei nicht unterschrieben worden. Wollte der Angeklagte damit damals ausdrücken, dass sich Maria Baumer von ihm trennen wollte und einfach aus ihrem Leben ausgestiegen sei? Es könnte ja ein Trick gewesen sein, um eventuelle Verdachtsmomente später einmal von ihm abzulenken. Zu dieser Kategorie zählen wohl auch 2 angebliche Anrufe von Maria Baumer nach ihrem Verschwinden. Deren Inhalt: Sie sei in Nürnberg und würde bald nach Hamburg mit dem Zug fahren.

Marias Schwester sagte dazu, dass diese so etwas nie tun würde. Maria Baumer hätte auf alle Fälle mit ihr darüber geredet. Ein Mitarbeiter eines Telefonproviders sagte zu den angeblichen Telefonaten, dass dies nicht mehr bewiesen werden könne. Der Prozess bleibt damit ein reiner Indizienprozess.

Und so geht es weiter:
Am Montag sollen die Brüder des Angeklagten befragt werden. Verteidiger Haizmann hat gegenüber OTV jedoch schon angekündigt, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen würden.

(tb)

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