Kaputte Toaster, streikende Verstärker, defekte Nähmaschinen oder lahmende Computer – was für viele wohl oder übel im Müll landet, bekommt im Weidener Repaircafé eine zweite Chance. Ehrenamtliche Tüftler nehmen sich hier regelmäßig Zeit, um gemeinsam mit den Besitzern defekte Alltagsgegenstände zu prüfen und – wenn möglich – wieder funktionsfähig zu machen.
Das Angebot ist Teil eines deutschlandweiten Netzwerks: Mehr als 30.000 Gegenstände wurden in den angeschlossenen Repaircafés bereits repariert – und das komplett auf Spendenbasis. Auch in Weiden läuft alles ehrenamtlich. Wer ein kaputtes Gerät hat, meldet es vorab an und bringt es zum nächsten Termin mit. Dann wird geprüft, geschraubt, gelötet und genäht.
Mehr als nur ein Hobby
Einer der Initiatoren des Weidener Repaircafés ist Jo Pirzer. Mit Spannungsmesser in der einen Hand und Schaltplan in der anderen beugt er sich über einen Verstärker, dessen Anzeige-Lämpchen nicht mehr funktionieren. Der gelernte Fernsehtechniker und Kfz-Schlosser bringt technisches Know-how und jahrzehntelange Erfahrung mit. Für ihn ist das Reparieren weit mehr als ein Akt des Altruismus. Es ist Leidenschaft, Tüftlerfreude und auch ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.
Jeder Helfer im Team hat sein eigenes Spezialgebiet. Manche kennen sich besonders gut mit Computern aus, andere mit klassischen Elektrogeräten oder handwerklichen Arbeiten. Vronita Grünauer kümmert sich im Repaircafé um alles rund um Nähmaschinen. Sie repariert nicht nur die Geräte selbst, sondern hilft auch beim Nähen und Flicken von Kleidung. Ihr Anliegen ist es vor allem, Menschen zu unterstützen, die sich eine Neuanschaffung nicht leisten können.
Wenn ein Gerät wieder funktioniert oder ein Kleidungsstück gerettet ist, ist das für sie jedes Mal ein besonderer Moment. Doch nicht jeder Versuch endet mit einem Erfolg. Manchmal sind zentrale Bauteile beschädigt oder Ersatzteile zu schwer zu beschaffen. Aber auch dann wissen die Bastler – sie haben alles gegeben, und der Gegenstand kann nun ohne schlechtes Gewissen auf dem Wertstoffhof ruhen.
(sb)