Beim Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbands drehte sich alles um das Motto „Zeit für mich“. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Birgit Barth, vielen besser bekannt als die „Schreibtischnanny“. Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, sich bewusst Auszeiten zu nehmen – und erzählte dazu eine Szene aus dem Flugzeug, als sie mit ihren Töchtern der Sicherheitseinweisung lauschte und es um die Sauerstoffmasken ging, die im Notfall erst den Erwachsenen dann den Kindern aufgezogen werden sollten. Die Botschaft: Erst wenn man selbst gut versorgt ist, kann man auch für andere da sein mit vollem Akku und Verstand.
Barth betonte außerdem, dass man Dinge nicht nur tun sollte, weil andere es erwarten oder weil „es sich so gehört“. Alte Denkmuster aufzubrechen sei ein zentraler Schritt. Frauen seien nicht von Natur aus multitaskingfähiger, sondern lediglich multitaskingtrainierter. Alltagsstrukturen müssten so gestaltet sein, dass ein paar Minuten für einen selbst übrig bleiben – auch wenn das im Alltag oft schwer umzusetzen ist.
Für Tirschenreuths Kreisbäuerin Irmgard Zintl bedeutet „Zeit für mich“ vor allem Selbstfürsorge. Gerade unter Landfrauen achte man darauf, sich gegenseitig solche Momente zu ermöglichen und einander Freiräume zu schenken. Zum Beispiel durch organisierte Ausflüge für die Frauen.
Der Landfrauentag selbst bot dafür den passenden Rahmen: Kuchen, Chor und Coupletgesang sorgten für einen entspannten Nachmittag. Doch die Botschaft reicht weit über diesen Tag hinaus. Ob fünf Minuten, zwei Stunden oder ein ganzer Tag – den Fokus bewusst auf sich selbst zu richten, ist kein Luxus. Es ist menschlich, wichtig und absolut notwendig.
(ls)