Mi., 14.11.2018 , 10:54 Uhr

Schwandorf: Hasenpest: Ein ungewöhnliches Phänomen?

Elf Personen sind im Landkreis Schwandorf nach einer Treibjagd an Hasenpest erkrankt. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Waren es doch so viele Betroffene und nicht klar, ob sich nicht weitere Personen identifizieren würden. Doch nun sind alle verseuchten Hasen sichergestellt und alle Erkrankten aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Trotzdem ist die Gefahr einer Ansteckung mit Hasenpest lange nicht vorbei. Denn Hasenpest ist kein Phänomen aus diesem Jahr. Sie gibt es ständig. Heißt das jetzt, Spaziergänger und Jäger müssen vorsichtiger sein? Nein, meinen beispielsweise die Jäger aus Schwandorf. Am Telefon sagte uns der Vorsitzende des Jägervereins Hubertus Schwandorf e.V., Johann Vornlocher, dass die Gefahr einer Ansteckung nicht größer sei, als all die Jahre zuvor. Die Hasenpest ist nur präsenter, weil sich so viele Personen auf einmal angesteckt hätten.

Burkhard Graf Beissel von Gymnich ließ sich deshalb nicht beunruhigen, als die Hasenpest in den vergangenen Tagen großes Thema in den Medien war. Die Häufung der Infizierungen sei ein bedauerlicher Einzelfall. Der Vorsitzende des Bayerischen Jagdverbands Kreisgruppe Nabburg warnt aber trotzdem vor einer Hasenpest-Hysterie. Es sei eine ganz normale Krankheit, mit der Jäger in der Regel gut umgehen könnten. Auch im Schwandorfer Fall sind alle Erkrankten wieder auf dem Weg der Besserung. Tatsächlich ist die Hasenpest, die eigentlich Tularämie heißt, für Menschen kaum gefährlich. Beim Robert Koch-Institut heißt es dazu:

Das klinische Bild der Tularämie ist unspezifisch. Neben grippeähnlichen Symptomen kann das klinische Bild bei Tularämie sehr vielfältig sein. Bei Infektionen mit dem in Europa auftretenden Subtyp holarctica kommt es oft zur Spontanheilung; Todesfälle sind, auch ohne Behandlung, sehr selten.

Trotzdem warnt Graf Beissel von Gymnich davor, allzu fahrlässig damit umzugehen. Deshalb sein Tipp an alle Spaziergänger, die verendetes Wild finden: Am besten gleich einen Jäger rufen und das Wild auf keinen Fall berühren. Für die Jäger ändere sich nichts. Alle wüssten, was zu tun sei: Nämlich mit Mundschutz und Handschuhen zu arbeiten und verseuchte Tiere umgehend zu melden. Der Hasenpest-Fall in Schwandorf habe ohnehin eindrucksvoll gezeigt, wie gut Kontrollmechanismen beim Jagdgeschehen funktionieren.(eg)

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