Mi., 27.03.2019 , 10:28 Uhr

Schwandorf: Wege aus dem Ärztemangel

Pro 1671 Menschen soll es in Deutschland einen Arzt geben. Mit dieser Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses soll überall eine gute ärztliche Versorgung gewährleistet werden. Doch besonders in ländlichen Regionen haben Menschen häufig Probleme, schnell und einfach zu einem Arzt zu kommen.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns gibt es in der Oberpfalz 804 Hausärzte. Damit ist fast überall eine gute Versorgung gewährleistet, nur in einem Bereich um Waldsassen droht eine Unterversorgung. Doch Entwarnung gibt die KVB nicht: Über ein Drittel der Ärzte sei über 60 Jahren alt. Ab 62 seien Mediziner rentenberechtigt. Wenn all diese Ärzte tatsächlich in Rente gehen würden, wäre eine gute Versorgung nicht mehr möglich. Vor allem wegen des demografischen Wandels blickt die KVB deswegen sorgenvoll in die Zukunft.

Lösungsansätze für den Mangel gibt es verschiedene: Viele junge Ärzte, die Beruf und Familienplanung vereinbaren möchten, suchen heutzutage eher nach einem Angestelltenverhältnis als nach einer eigenen Praxis. Deshalb könnte zum Beispiel Versorgungszentren eine Lösung sein. Wenn diese sich in einer ländlichen Region befinden, könnten angestellte Ärzte von ihrem gewünschten Wohnort dorthin pendeln.

Ein weiterer Ansatz ist es, die Mobilität von Patienten auf dem Land zu verbessern. Und auch die Telemedizin sei eine Möglichkeit, mehr Patienten zu versorgen. Zum Beispiel mit sogenannten Verahs: Das sind Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis. Diese speziell geschulten Arzthelfer sollen auch ohne einen Arzt Hausbesuche durchführen. Sollte es nötig sein, kann der Arzt auch technisch zugeschaltet werden und der Verah Anweisungen geben.

Die KVB hat bereits viel unternommen, um den Beruf der Arztes und insbesondere des Landarztes attraktiver zu machen: Zum Beispiel mit Förderungen für Studenten, mit der Reform des Bereitschaftsdienstes oder mit finanziellen Starthilfen für Landärzte. Und tatsächlich seien die Zahlen der Prüflinge in der Allgemeinmedizin zuletzt leicht angestiegen. Doch nach wie vor wird die ärztliche Versorgung wohl ein großes Thema der Zukunft bleiben.
(az)

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