Der Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten stellt die Menschen vor Ort vor enorme Herausforderungen. Zum Teil müssen sie ohne Strom oder fließend Wasser auskommen. Auch in Berlin ist solch eine Krisensituation Anfang des Jahres aufgrund von Sabotage eingetreten.
Um für einen flächendeckenden, andauernden Stromausfall, einen sogenannten Blackout, bestmöglich vorbereitet zu sein, hat die Stadt Kemnath nun zusammen mit der Feuerwehr ein Notlagenkonzept entwickelt. Nach 30 Minuten ohne Strom sollen alle Feuerwehrleute an den zuständigen Feuerwehrgerätehäusern treffen. Dort seien Notstromaggregate und Beleuchtungseinheiten stationiert, so der Sachgebietsleiter für Feuerwehrwesen der Stadt Kemnath, Peter Denz.
In den Feuerwehrgerätehäusern, den sogenannten Leuchtpunkten, sollen sich die Einsatzkräfte zudem auch um kleinere Anliegen der Bevölkerung kümmern. Die Feuerwache Kemnath soll als Leuchtturm und als „Ersatz-Rathaus“ mit eigenem Krisenstab fungieren, sollte der Strom länger als 3 Stunden ausfallen. Auch die Feuerwache verfügt über ein Notstromaggregat. Analoge Formulare zur Erfassung von Notfällen und Ereignissen liegen dort ebenfalls bereit. Sollte das Handynetz zusammenbrechen, könnten sich die Bürger bei den Leuchtpunkten und dem Leuchtturm jederzeit informieren, so Denz.
Trotz des Stromausfalls soll die Wasserver- und -entsorgung wie gewohnt aufrechterhalten werden. Dafür sorgen weitere Notstromaggregate. Fast jedes große Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Kemnath sei mit einem ausgestattet, so Peter Denz. Auch eine Kraftstoffreserve stehe zur Verfügung. Zudem sei das Konzept auch mit der Polizei, dem BRK- Kreisverband Tirschenreuth und der ILS Nordoberpfalz abgestimmt. Da zu Beginn der Notlage keine Rettungs- und Sanitätsdienste vom BRK zur Verfügung stünden, werde die Gesundheitsvorsorge durch die Kemnather Allgemein- und Hausärzte gesichert, wie dem Konzept zu entnehmen ist.
Seit fast 2 Jahren arbeite die Stadt Kemnath schon an dem Notlagenkonzept, so Bürgermeister Roman Schäffler. Grund dafür sei eine Aufforderung des Landkreises Tirschenreuth gewesen, sich über Notfallkonzepte Gedanken zu machen. Laut Bürgermeister Schäffler soll sich das Notlagenkonzept aber nicht ausschließlich auf Blackouts beschränken. Auch bei anderen Szenarien, wie beispielsweise Hochwasserereignissen, könne es als Blaupause dienen.
(km)