Für neurodivergente Menschen wird Alltägliches zur Qual. Sie reagieren empfindlicher auf Reize als andere Menschen, Lärm, Licht, Musik oder schon das Piepsen der Supermarkt-Kassen kann sie überfordern. So wird der Einkauf zur Belastung.
Das Projekt „Stille Stunde“ will hier Abhilfe schaffen. Die aus Neuseeland stammende Idee sieht vor, in Kaufhäusern und Supermärkten zu festgelegten Zeiten die Reize zu reduzieren.
In Wernberg-Köblitz im Landkreis Schwandorf ist dazu nun ein Pilotprojekt gestartet worden.
Die Familie Schöpf hat aus eigener Betroffenheit heraus Märkte sensibilisiert und verbucht erste Erfolge. Schon zwei Märkte haben die Stille Stunde bereits eingeführt. Darunter der REWE-Supermarkt im Gewerbegebiet. „Wir unterstützen das sehr gerne, weil wir den betroffenen Menschen helfen wollen“, so Brigitte Graf, stellvertretende Marktleiterin von REWE in Wernberg-Köblitz.
Sie fahren jeden Mittwoch von 18 bis 19 Uhr den Betrieb von lebhaft auf ruhig herunter. Das Radio wird ausgestellt, es werden keine Regale aufgefüllt, der Kassenpiepston wird reduziert und die Kunden werden gebeten auf Telefonate und laute Gespräche zu verzichten.
Die Mitarbeiter tragen Buttons, um als Ansprechpartner erkennbar zu sein und auch die Betroffenen können auf Wunsch Buttons tragen, um ihre unsichtbare Behinderung sichtbar zu machen.
Wenn die Umsetzung gut angenommen wird erhoffen die Initiatoren, dass weitere Märkte und weitere Orte die Idee aufgreifen und umsetzen.
(gb)