Di., 12.01.2021 , 15:49 Uhr

Stulln: Schleimkrankheit bedroht Kartoffelernte

Neben Corona, der afrikanischen Schweinepest und der Vogelgrippe macht nun eine weitere Krankheit Schlagzeilen: die Schleimkrankheit. Es ist eine Krankheit, die Tomaten und Kartoffeln betrifft und diese innerhalb kurzer Zeit faulen lässt.

Bei einer entsprechende Untersuchung hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, kurz LfL, den entsprechenden Erreger in der Naab und in der Schwarzach festgestellt. Da der Erreger sehr schwer wieder verschwindet, hat die LfL für gewisse Bereiche im Landkreis Schwandorf eine Allgemeinverfügung erlassen. Darin ist eine Sicherheitszone ausgewiesen, in der Landwirte den beiden Flüssen zur Bewässerung ihrer Felder kein Wasser mehr entnehmen dürfen. Die betroffenen Flussabschnitte sind die Naab zwischen Luhe-Wildenau und Mariaort bei Regensburg und die Schwarzach zwischen Meischendorf und Schwarzenfeld.

Kartoffelbauern beunruhigt

Die Verantwortlichen bei der Erzeugergemeinschaft Stulln sind jetzt jedenfalls beunruhigt. In Zeiten des Klimawandels würden trockene und zu warme Sommer immer häufiger, beklagt Josef Irlbacher, der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Stulln. Das Bewässern der Felder werde deshalb auch immer wichtiger. Herbert Obermeier sprach vom vergangenen Jahr von einem guten Jahr, was das Wetter anbelangt. Nur einmal habe er bewässern müssen, was den Ertrag an Kartoffeln verdoppelte. Sollte sich ein Trockenjahr, wie es das Jahr 2018 war, wiederholen, dann werde es für viele Kartoffelbauern an den erwähnten Flussabschnitten allerdings schwierig.

Landkreis möchte Zukunftskonzept

Im vergangenen März wurde im Landkreis Schwandorf ein Zukunftskonzept in Auftrag gegeben, wie die Bewässerung in der Landwirtschaft entwickelt werden kann. Die Ergebnisse der Studie werden mit Spannung erwartet. Immerhin geht es hier um drei konkurrierende Bedürfnisse: die Trinkwassergewinnung für den Menschen, die Bewässerung für die Landwirtschaft und letztendlich geht es um die Natur, der das Wasser quasi entzogen wird. Der Eixendorfer Stausee wird hier sicherlich eine zentrale Rolle spielen.

Für die Kartoffelbauern im Landkreis Schwandorf heißt es für dieses Jahr: hoffen! Und zwar hoffen, dass der Sommer nicht zu heiß und zu trocken ausfällt. Nur so kann auf eine Bewässerung der Felder verzichtet werden. (tb)

Ernährung Erreger Erzeugergemeinschaft Stulln Herbert Obermeier Josef Irlbacher Kartoffel Kartoffelbauern Kartoffelkrankheit Landwirtschaft Naab Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Schleimkrankheit Schwarzach

Das könnte Dich auch interessieren

30.07.2026 Oldtimer-Traktor-Treffen in Raggau: Geschichte von 4 Beinen bis 8 Reifen Traktoren, Autos, Motorräder und sogar ein Oldtimer-Panzer der Bundeswehr: Rund 700 historische Fahrzeuge haben das Oldtimer-Traktor-Treffen des Schlüter- und Oldtimer-Clubs Schwarzachtal in Raggau zu einer Zeitreise durch die Geschichte der Landwirtschaft gemacht. Tausende Besucher strömten in das kleine Dörfchen bei Schwarzhofen, um sich die alten Fahrzeuge anzuschauen. Im Mittelpunkt stand eine historische Acker-Vorführung. Traktoren mit 28.07.2026 Großräumiger Stromausfall mit Konsequenzen In Teilen der Nordoberpfalz ist heute ab dem Vormittag der Strom ausgefallen. Am meisten betroffen waren Orte im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, aber auch der Markt Wernberg-Köblitz. In Luhe hatte der Stromausfall auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Der Hochbehälter am Koppelberg war betroffen, wodurch die Druckerhöhung ausgefallen ist. Mehrere Straßen hatten dadurch Trinkwasserprobleme. Das 25.06.2026 Blow-Ups auf der A93: Hitzeschäden sorgen für Spursperrung Die Hitze macht sogar unseren Straßen zu schaffen. Auf der A93 zwischen Luhe-Wildenau und Wernberg-Köblitz ist derzeit die linke Fahrspur Richtung Regensburg gesperrt. Grund dafür sind sogenannte Blow-Ups, gefährliche Risse in der Fahrbahn. Durch die starke Hitze dehnt sich die Straßenoberfläche aus, wölbt sich und bricht auf. Laut Polizeiinformationen ist dadurch niemand zu Schaden gekommen. 15.05.2026 50 Jahre Eixendorfer See: Zwischen Hochwasserschutz und Heimatverlust Mit einem Festakt und zahlreichen Ehrengästen ist das 50-jährige Bestehen des Eixendorfer Sees gefeiert worden. Auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber war vor Ort. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Aufgaben der Talsperre, sondern auch ihre Geschichte. Für den Bau des Stausees mussten damals zahlreiche Menschen ihre Heimat verlassen, große Teile der Ortschaft Eixendorf wurden