In Weihern, einem Ortsteil von Pfreimd, ist die Kabelabschnittsstation des SüdOstLinks fertiggestellt worden. Die Anlage soll die einzelnen Kabelabschnitte überwachen und frühzeitig Auffälligkeiten im Stromfluss erkennen. Im Störungsfall soll sie dann Fehler schnell und präzise lokalisieren, sodass Reparaturen zügig erfolgen können und Ausfallzeiten möglichst gering bleiben. Für Betreiber TenneT ein Meilenstein im Bau der Gleichstromleitung. Es geht aber weiter, so Abschnittsleiter Torsten Grampp. Die Tiefbauarbeiten laufen im vollen Gange und die ersten Kabel im Landkreis Schwandorf konnten schon eingezogen werden.
Wichtige Rolle für die Energiewende
Die Leitung transportiert Strom aus erneuerbaren Energien von Nord- und Ostdeutschland in den Süden des Landes. In Bayern werden auf rund 270 Kilometern vier Erdkabel verlegt. Kabelabschnittsstationen dieser Art gibt es bayernweit nur zweimal – in Oberfranken und in Weihern. Um die Auswirkungen auf das Ortsbild möglichst gering zu halten, wurde die Anlage hinter einer Bergkuppe errichtet. Landrat Thomas Ebeling bedankte sich in einem kurzen Grußwort, dass die Anliegen der Anwohner hier gut beachtet worden seien. Anfangs hätte es da nämlich Gegenwind gegeben.
Fertigstellung bis 2030 geplant
Nach aktuellem Zeitplan soll bereits ab dem kommenden Jahr der erste Strom durch die Trasse fließen. Die vollständige Fertigstellung des SüdOstLinks ist für das Jahr 2030 vorgesehen. Für Prof. Dr. Frank Messerer vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ist der SüdOstLink ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Energieunabhängigkeit. Der Stromsektor mache derzeit rund 20 Prozent der Energieversorgung in Bayern aus. In diesem Bereich komme man der Unabhängigkeit ein Stück näher – bei den übrigen 80 Prozent der Energieversorgung bestehe jedoch weiterhin Handlungsbedarf.
Hohe Sicherheitsvorkehrungen
Zu den Kosten des Projekts wollten sich die Verantwortlichen nicht äußern. Die Kabelabschnittstation ist mit Nato-Stacheldraht gesichert. Dies dient sowohl dem Schutz vor unbefugtem Zutritt als auch der Vermeidung von Unfällen, da in der Anlage Gleichspannung von mehr als 320.000 Volt fließt.
(kw)