Mo., 13.11.2023 , 13:37 Uhr

Amberg

Trotz spontaner Kampfansage: Hagen bleibt FDP-Landesvorsitzender

Martin Hagen bleibt FDP-Landesvorsitzender. Beim Parteitag am Wochenende in Amberg hätte sich das aber unerwartet fast geändert – denn es gab eine spontane Kampfansage.

Eine Umarmung und Glückwünsche für Martin Hagen als wiedergewählten FDP-Landesvorsitzenden – so freundschaftlich, wie er und sein Gegenkandidat sich nach der Verkündung des Wahlergebnisses zeigen, hat Hagen sich ursprünglich sicher nicht gefühlt. Einen Gegenkandidaten hat er beim Parteitag in Amberg eigentlich gar nicht erwartet. Erst in letzter Sekunde kündigt der sich in Form des früheren Landesvorsitzenden Albert Duin an – ein überraschender Biss aus eigenen Reihen.

3% der Gesamtstimmen in der Landtagswahl scheinen den Landesverband ins Wanken gebracht zu haben. Die Verantwortung für die Niederlage lastet, allem voran, auf den Schultern des Landesvorsitzenden – und Martin Hagen nimmt diese auch auf sich. Trotzdem: viele seiner Parteikollegen wünschen sich offenbar Veränderung. Viel gibt es davon auch nach den Präsidiumswahlen aber nicht.

Weidener wird Generalsekretär

Der Weidener Christoph Skutella wurde am Parteitag zum neuen Generalsekretär der Bayern-FDP gewählt. Damit ist er eines der wenigen neuen Gesichter an der Spitze des Landesverbandes. Einen vollständigen Neuaufbau des Präsidiums gibt es nicht. Stattdessen will man den Parteizusammenhalt auf ganz traditionelle Wege wieder geradebiegen: durch die Stärkung der Kreisverbände, so Skutella.

Viel Zeit zum Aufrappeln vor der nächsten Wahl haben die Freien Demokraten allerdings nicht. Am 9. Juni des nächsten Jahres stehen schon die Europawahlen an. Phil Hackemann wurde dafür als bayerischer Spitzenkandidat auserkoren. Dass die generelle Unzufriedenheit mit der Ampel-Regierung den Freien Demokraten auch in der Europawahl schaden könnte, darüber macht sich Phil Hackemann kaum sorgen. Martin Hagen hatte die ursprünglich als eine der maßgeblichen Ursachen für die Wahlniederlage genannt.

Viele Parteimitglieder zeigen sich jetzt also optimistisch gegenüber der Zukunft. Die kurzfristige Kampfkandidatur durch Albert Duin spricht allerdings deutliche Worte – vor allem, weil er mit 182 zu 210 Stimmen gar nicht so weit davon entfernt war, den alten Vorsitzenden zu stürzen.

(sb)

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